AStA der Ruhr Uni Bochum
5 Jan
In diesem Vortrag sollen die Grundideen der Kritischen Theorie, und ihr radikal kritisches Potential anhand eines ihrer zentralen Themen entfaltet werden – nämlich der Natur und ihrer Beherrschung durch den Menschen. Auch wenn Natur auf den ersten Blick mit Gesellschaft nichts zu tun zu haben scheint, bildet sie das Zentrum der Philosophie der meisten kritischen Theoretiker, allen voran Adornos. Grundlegend für das Interesse an ihr ist Adornos These, dass gesellschaftliche Verhältnisse immer Naturverhältnisse und Naturverhältnisse stets gesellschaftliche Verhältnisse sind. Die Beherrschung von Menschen durch Menschen ist der Kritischen Theorie zufolge nicht von der Beherrschung der Natur ablösbar. In der völligen Unterwerfung der Natur liegt ebenso eine Form von Herrschaft, wie in der menschlichen Selbstunterwerfung unter die Natur. Beide Formen werden als die gegenwärtigen Muster des gesellschaftlichen Naturverhältnisses kritisiert, denen die Utopie einer Versöhnung von Mensch und Natur gegenüberstellt wird. Daher soll nachvollzogen werden wie das Konzept der Natur(beherrschung) verstanden werden muss und gezeigt werden wie sich aus der Kritik der Naturbeherrschung eine Gesellschaftskritik ausbilden konnte. Es soll nachvollziehbar werden was die Kritische Theorie wollte und will.
Georg Spoo lebt und studiert in Freiburg.
30 Okt
„Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils.“

Kein Buch hat die kritische Gesellschaftstheorie wohl stärker geprägt als Theodor W. Adornos und Max Horkheimers DIALEKTIK DER AUFKLÄRUNG. Das Denken der beiden Autoren, aber auch das ihrer Kollegen vom Institute for Social Research wie Herbert Marcuse und Leo Löwenthal, speiste sich Zeit ihres Lebens aus Erkenntnissen und Motiven die in diesem im Exil in den USA zwischen 1941 und 1944 entstandenen Werk vielleicht am prägnantesten formuliert worden sind. Und auch neuere, nicht nur gesellschaftskritische, Theorien und Überlegungen greifen immer wieder wie selbstverständlich auf die damals formulierten Erkenntnisse und Problematiken zurück. Häufig werden der ‘Selbstzerstörungsprozess der Vernunft’, die ‘Kulturindustrie’ oder gesellschaftliche ‘Elemente des Antisemitismus’ dabei zu Phrasen deren zutiefst kritischer Gehalt ebenso unberücksichtigt bleibt, wie der gedankliche, historische und räumliche Kontext in dem sie entstanden sind.
Wir möchten uns daher gemeinsam der Lektüre der DIALEKTIK DER AUFKLÄRUNG widmen und versuchen deren zentrale Motive am Text selbst nachzuvollziehen und in einen Kontext zu stellen.
Vorkenntnisse sind nicht nötig, das genaue Vorgehen richtet sich nach den Interessen und Kenntnissen der Teilnehmenden. Als Lektüregrundlage wird Band 5 der Gesammelten Schriften Max Horkheimers empfohlen. Texte können zur Verfügung gestellt werden. Der Lesekreis wird vom Arbeitskreis Rote Ruhr-Uni unterstützt und findet ab dem 31.10. immer Montags von 16:00- 18:00Uhr im AusländerInnenzentrum (AZ) im AStA Bochum statt. Für Rückfragen wendet euch an: kriwi@asta-bochum.de
Was: Lesekreis: Dialektik der Aufklärung
Wann: Montags von 16:00 bis 18:00 Uhr
Wo: AusländerInnenzentrum (AZ, hinter dem KulturCafé)
Kontakt:kriwi@asta-bochum.de
10 Okt

Das Semester hat begonnen und somit erwacht auch der Campus aus der Sommerpause. Neben Partys und Konzerten bietet der AStA wieder spannende Alternativen zum Lehrbetrieb der Uni. Ab kommenden Montag möchte die Studierendenvertretung eine weitere politische Veranstaltungsreihe etablieren: „Montag kontrovers“.
Im April kehrte „PolDi“ nach kurzer Abstinenz auf den Bochumer Campus zurück. Der wöchentlich stattfindende „politische Dienstag“ wurde ein voller Erfolg und lockte teilweise bis zu 100 Interessierte ins KulturCafé. „Dies hat uns gezeigt, dass die Studierenden ein großes Interesse haben, abseits von Credit Points und Lernstress politische und wissenschaftliche Veranstaltungen zu besuchen“, so Jan Keitsch, Öffentlichkeitsreferent im AStA und Initiator von Montag kontrovers. „Doch wir wollen nicht bloß an einem weiteren Abend Vorträge anbieten, sondern das Themenspektrum erweitern und durch Workshops sowie Diskussionsrunden die Studierenden einbinden.“
Gleichstellung, Ökologie & Hochschulpolitik
Am Montag, den 17. Oktober startet die Reihe um 19 Uhr im KulturCafé mit einer Veranstaltung über den „Arabischen Frühling“. Durch die aktuelle Brisanz des Themas und die Zusammenarbeit des AStA mit Studierenden in Tunesien entschied man sich für diesen Einstieg. Aber auch Hochschulpolitik soll eine große Rolle spielen und unabhängig von offiziellen Veranstaltungen der RUB breit diskutiert werden. So folgt bereits am 24. Oktober eine Diskussion zum Thema „Gleichstellung an der Hochschule“. Die studentische Gleichstellungsbeauftragte der Ruhr-Uni, Rita Thiessen, informiert über die Situation in Bochum und zeigt auf, welche verschiedenen Konzepte in Europa und weltweit angewendet werden, um die männerdominierte Wissenschaftslandschaft zu verändern. Ende November soll darüber nachgedacht werden, wie eine ökologische Hochschule aussehen kann. Ist es damit getan, erneuerbare Energien einzusetzen und bessere Wärmedämmung zu nutzen? Oder muss von der „Denkfabrik“ Universität mehr ausgehen, um gegen den Klimawandel zu arbeiten?
Friedlicher Jahresabschluss?
Zum Jahresende steht u.a. das Thema Friedenspolitik auf der Agenda. „Aber auch in der Weihnachtszeit ist eine lebendige Diskussion natürlich erwünscht“, erzählt der Öffentlichkeitsreferent des AStA. „Bei den Themen Israel-Palästina-Konflikt und Abrüstung sind hitzige Streitigkeiten wohl auch vorprogrammiert.“ Die Reihe soll Studierende zu einem Dialog ermutigen und wichtige Fragestellungen in der Studierendenschaft verankern. „Beim Thema Tierversuche gab es zum Beispiel bis in die Neunziger hinein eine breite Diskussion an der Uni. Fachschaftsräte haben sich eingeschaltet und das Thema auf breiter Basis diskutiert, dahin wollen wir zurück“, berichtet Jan Keitsch, der auch die Initiative „animal academy“ zur Überwindung von Tierversuchen gegründet hat. „Am 28. November wird sich Montag kontrovers diesem Thema annehmen und hoffentlich können wir die Studierenden stärker dafür sensibilisieren.“
Montag kontrovers startet am 17. Oktober und wird bis zum 16. Januar an jedem Montag des Semesters ab 19 Uhr im KulturCafé stattfinden.
15 Mai
Philosophie im Angesicht der Verzweiflung
Einführung in Adornos negative Moralphilosophie

“[…] despite the fact that Adorno did not produce a work of moral philosophy, his oeuvre as a whole is driven by an ethical vision, and hence that in order to do justice to his philosophy it is necessary to disentangle and elaborate the always presupposed ethical contours of his thought.“ (J.M. Bernstein)
Der Stellenwert der Moralphilosophie für Adorno lässt sich nicht ohne weiteres beantworten, da dieser selbst keine explizite Ethik ausformuliert hat. Dass Adorno sich den Fragen der Moralphilosophie in zwei Vorlesungen ausführlich gewidmet hat, lässt aber auf die Bedeutung moralphilosophischer Fragestellungen schließen. Ausgangspunkt der moralphilosophischen Reflexionen Adornos ist die grundlegende These der Dialektik der Aufklärung, dass die Emanzipation vom blinden Naturkreislauf und damit die Subjektwerdung des Menschen auf einem Prozess der fortschreitenden Rationalisierung beruht, welcher die Herrschaft über die innere und äußere Natur des Menschen blind reproduziert und so dazu beiträgt, Leid hervorzubringen. Es stellt sich daher die Frage, wie eine Moralphilosophie auszusehen hat, die angesichts der herrschenden Unfreiheit auf die Herstellung der Autonomie des Subjekts insistiert und zugleich das Einverständnis mit dem Leiden aufkündigt. Ziel von Vortrag und Seminar ist es, diese Frage zu klären. In diesem Kontext wird auch zu klären sein, inwiefern sich Adorno auf die Moralphilosophie Kants und die Kritik der Moralität Nietzsches bezieht.
Vortrag und Seminar sind thematisch aufeinander bezogen, können aber unabhängig voneinander besucht werden. Für das Seminar kann die Lektüregrundlage unter www.asta-bochum.de/kriwi heruntergeladen werden, eine Teilnahme ist auch ohne Textkenntnis möglich.
Referent: Paul Mentz
Vortrag: 20.05. 18:00Uhr, HGA 20
Seminar: 21.05. 12:00-16:00Uhr, AusländerInnenzentrum(AZ)
9 Mai

Der AStA unterstützt die Veranstaltung LacanianSummer 2011:
Die Seminare (1954-1973) von Jacques Lacan sperren sich in extremer Weise gegen einseitige Vermittlung, bieten sich aber gerade deswegen einer interdisziplinären und kollektiven Lektüre an, wie sie im Rahmen des gewöhnlichen Semesterbetriebes allerdings nur in Einzelfällen wirklich zustande kommt.
Von diesem Gedanken ausgehend, bietet die Sommerschule “Lacanian Summer 2011“ 25 jungen ForscherInnen* die seltene Möglichkeit, sich im Rahmen eines Workshops in intensiven Close Readings und Diskussionen und unter Begleitung und Anleitung von Felix Ensslin fünf Tage lang mit Lacans Seminar XVII: „L’envers de psychoanalyse“ („Die andere Seite der Psychoanalyse“) zu beschäftigen. In diesem Seminar, das aus den späten sechziger Jahren stammt, stellt Lacan nicht nur sein berühmtes Konzept der „Vier Diskurse“ vor, sondern differenziert auch seinen Begriff des Genießens („Jouissance“) gegen Lust und Begehren, womit unter anderem der später detailliert ausgearbeitete Begriff des „Sinthome“ vorbereitet wird.
Das interne Programm wird durch eine öffentliche Vortragsreihe, Diskussionen und ein Rahmenprogramm ergänzt.
Bewerbungen bis zum 15. Juni 2011
Bewerbung durchführen hier klicken, hier gibt es die Ausschreibung als pdf!
27 Apr
Ein spannendes Blockseminar aus dem Bereich GenderStudies sucht noch interessierte TeilnehmerInnen:
Aus dem KVV GenderStudies:
080701 Frauenbewegungen und feministische Kritische Theorie Seminar (Teil 2)
Dozentin: Umrath
Zeit/Ort: Fr (08.04.2011), 14:00 – 17:30, GBCF 05/608, Fr (17.06.2011), 14:00 – 17:30, GBCF 05/606, Sa (18.06.2011), 11:00 – 17:15, GBCF 05/606, Fr (01.07.2011), 14:00 – 17:30, GBCF 05/606, Sa (02.07.2011), 11:00 – 17:00, GBCF 05/606, Do (07.07.2011), 16:00 – 19:30, GC 04/304
Ausgehend von Nancy Fraser’s an Marx angelehnte Definition von Kritischer Theorie als „Selbstverständigung der Zeit über ihre Kämpfe und Wünsche“ werden wir uns im Seminar mit dem Verhältnis von Frauenbewegungen und feministischer Kritischer Theorie auseinandersetzen. Dazu werden wir uns in einem ersten Block der Entwicklung von Frauenbewegungen in verschiedenen Ländern, ihren Entstehungskontexten, Themen, Forderungen sowie Aktions- und Organisationsformen widmen. Ziel wird es sein, sowohl die Gemeinsamkeiten dieser Bewegungen zu identifizieren als auch ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass dem, was auf den ersten Blick ähnlich wirkt, in verschiedenen Kontexten oft unterschiedliche Bedeutung zukommt. Vor diesem Hintergrund werden wir uns im zweiten Block mit Texten feministischer Theoretikerinnen in der Tradition der Kritischen Theorie beschäftigen. Mit Regina Becker-Schmidt werden wir einen Ansatz diskutieren, der eher an der frühen Kritischen Theorie orientiert ist, mit Nancy Fraser und Seyla Benhabib Theoretikerinnen, die stärkere Bezüge zur Kritischen Theorie Jürgen Habermas’ aufweisen. Gemeinsam ist der feministischen Kritischen Theorie dabei, dass sie die im Rahmen von Frauenbewegungen erst entwickelte Kritik am Androzentrismus aufgreift und – wenn auch in unterschiedlicher Art und Weise – deren Themen und zum Teil kontrovers geführte Diskussionen reflektiert. Abschließend werden wir diskutieren, in welchem Verhältnis feministische Kritische Theorie und Frauenbewegungen als politische Akteurinnen stehen. Darf und/oder muss kritische Wissenschaft sich von denjenigen Bewegungen, deren Emanzipation sie zu begleiten sucht, auch distanzieren? Gibt es das „politische Subjekt Frauenbewegungen“, auf das sich feministische Kritische Theorie bezieht, heute (in Westeuropa und Nordamerika) überhaupt noch? Oder sind einst in Frauenbewegungen artikulierte, radikale Forderungen heutzutage derart domestiziert, integriert und institutionalisiert, dass eine an umfassender Emanzipation interessierte Theorie zuallererst zu erklären hätte, wie diese „Eindämmung“ der Sprengkraft von Frauenbewegungen möglich war?
Die erste Sitzung wird vierstündig sein, da wir nach der Klärung organisatorischer Fragen bereits inhaltlich einsteigen werden mit einem Überblick über die Entwicklung Kritischer Theorie.
Literatur:
● Fraser, Nancy (2009). Feminismus, Kapitalismus und die List der Geschichte. Blätter für deutsche und internationale Politik, (8), 43-57.
● Knapp, Gudrun-Axeli (2004). Kritische Theorie: Ein selbstreflexives Denken in Vermittlungen. In Ruth Becker & Beate Kortendieck (Hrsg.), Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie (S. 177-187). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
● Türcke, Christoph, & Bolte, Gerhard (1994). Einführung in die kritische Theorie. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
6 Okt
Der Arbeitskreis rote ruhr-uni ist 1995 aus einem studentischen Lesezirkel an der Ruhr-Uni Bochum hervorgegangen und besteht seitdem als Verein freischaffender Kritikerinnen und Kritiker. Kritisiert werden die kapitalistische Gesellschaft und ihre zum Amüsierbetrieb für Frühvergreiste fortgeschrittene Universität sowie eine auch unter Studierenden beliebte Vorstellung von Politik, welche die “Wirtschaft” unablässig an deren “soziale Verantwortung” gemahnt. (Weiterlesen)
Programm 2010:
Mittwoch, 17.11.2010, 19 Uhr, HGA 30
Samstag, 20.11.2010, ab 14 Uhr, KulturCafé
Die Moral in der Kritik. Maßstäbe der Kapitalismuskritik
Dienstag, 30.11.2010, 19 Uhr, KulturCafé
12 Jul
An der Ruhr-Universität sorgt eine Entscheidung des Rektorats für Kopfschütteln: Um einen einzelnen Professor in Bochum zu halten, soll das philosophische Institut in zwei voneinander unabhängige Institute aufgespalten werden. Die Studierendenvertretung befürchtet höhere Kosten, schlechtere Studienorganisation und Kürzungen beim bisherigen Institut. Auch die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen der Philosophie protestieren.
„Vordergründig sieht die Aufspaltung der Philosophie erstmal wie schnöde Geldverschwendung aus“, erklärt Jan Keitsch, Vorsitzender des Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) der Ruhr- Universität Bochum. „Während alle über Bürokratieabbau sprechen, sollen in der Bochumer Philosophie zukünftig zwei Direktoren und zwei Geschäftsstellen bezahlt werden. Mittelfristig befürchten wir aber viel weitergehende Einschnitte für die Studierenden und Beschäftigen. Zwei philosophische Institute an der Ruhr-Uni sind nicht besonders sinnvoll, und selbst die Verfassung der Uni legt fest, dass für gleiche oder verwandte Fächer nur eine wissenschaftliche Einrichtung gebildet werden soll. Bei zukünftigen Kürzungsrunden könnte das bisherige Institut weiter geschwächt und letztendlich ganz abgewickelt werden.“
Protest der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen
Die Aufspaltung des Instituts soll schon zum kommenden Wintersemester umgesetzt werden. Der AStA kritisiert, dass die einschneidende Änderung überstürzt und gegen den Willen vieler Betroffener beschlossen wurde. So erheben die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen des Instituts in einer einstimmig beschlossenen Stellungnahme schwerwiegende Einwände. Sie bezeichnen die Entscheidung als „sachlich unbegründeten Eingriff in die Struktur des Instituts“, der dem fachlichen Profil der Bochumer Philosophie schade.
Individualinteressen vor Gesamtkonzept
Wieso soll das Institut aufgeteilt werden, wenn die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen dagegen sind und selbst die Verfassung der Universität anderes nahelegt? Ausschlaggebende Ursache sind die Verhandlungen der Unileitung mit dem Philosophie-Professor Albert Newen. Um dessen Weggang an die Universität Bielefeld zu verhindern, hat ihm RUB-Rektor Elmar Weiler das neue Institut angeboten, das die von ihm verfolgten Forschungsschwerpunkte bearbeiten soll. Darüber hinaus wurde ihm auch die Leitung dieser Einrichtung angetragen. „Für schnöde Personalpolitik wird mal eben schnell die Struktur eines ganzen Instituts umgekrempelt – das ist erstaunlich und bundesweit einmalig“, sagt Lars Laute, Referent für Kritische Wissenschaften vom AStA der Ruhr- Universität Bochum. „Wir fordern, dass Strukturentscheidungen im Interesse der Studierenden getroffen werden, und nicht nach dem Willen einzelner Professorinnen und Professoren.“
Vollendete Tatsachen statt Diskussion
Die Entscheidung zur Spaltung wurde ohne Rücksprache mit den betroffenen Studierenden, MitarbeiterInnen und ProfessorInnen gefällt. Bereits im Vorfeld hatte sich das Rektorat in die Neubesetzung vakanter Lehrstühle eingemischt und eigenmächtig gegen den Willen des Instituts
Personalentscheidungen getroffen. Besonders die Studierenden werden durch die Spaltung in eine prekäre Lage gedrängt. Die Aufteilung der Gelder und Stellen müssten neu verhandelt werden. Der Promotionsstudiengang, der bisher einen fruchtbaren Austausch zwischen den Doktoranden aller philosophischer Richtungen ermöglicht hatte, würde ebenfalls aufgespalten werden.
Der AStA fordert den Rektor auf, seine Entscheidung zur Spaltung des philosophischen Instituts zurückzunehmen. Der Beschluss gegen den Willen der Betroffenen besitzt keine demokratische Legitimation und birgt große Unsicherheiten für die Studentinnen und Studenten.