AStA der Ruhr Uni Bochum
14 Jan
Jura-Klausuren verschwunden
Schon in der Sommerpause zeichnete sich ab, dass in der Juristischen Fakultät Klausuren verschwinden, beschmiert oder beschädigt werden. Aufgrund unseres Einwirkens konnten die Probleme abgestellt und dem Datenschutz auch unter den Jurist_innen endlich Rechnung getragen werden.
Interkulturelles Abendessen
Am 2. September fand das jährliche interkulturelle Abendessen statt. Auch dieses Jahr kamen hunderte von Studierenden, um sich auszutauschen, viel zu essen und zu lachen oder einfach nur der Musik zu lauschen.
Antikriegstag als Nazifest?
Neonazis aus ganz Europa missbrauchten erneut den Antikriegstag am 4. September für ihr rassistische, antisemitische und antiamerikanische Progaganda. Wir unterstüzten die Gegendemonstrationen in Dortmund und boten zwei Vorträge zu den Ereignissen an.
Studiengebühren abschaffen
Nachdem sich die rot-grüne Minderheitsregierung in NRW gebildet hatte, wurde schnell klar, dass bald die Studiengebühren abgeschafft werden würden. Nach monatelangen Verhandlungen konnten sich Rot-Grün und die Linksfraktion einigen, zum Wintersemester 2011/12 die Gebühren abzuschaffen.
Wir als AStA haben uns für genauere Absprachen bereits mit der Ministerin getroffen und werden den Prozess weiterhin kritisch begleiten.
Neubau GD
Fast das ganze Jahr über beschäftigte den AStA der Neubau des Gebäudes GD. Ursprünglich sollte das neue Gebäude bis ins Landschaftsschutzgebiet hinein gebaut werden. Auf Druck des AStAs konnte das verhindert werden. Desweiteren wird das Gebäude nun höher und schmaler und vernichtet somit viel weniger Wald als vorher von der Uni geplant war. Zusätzlich konnten wir durchsetzen, dass die gefällten Bäume an anderer Stelle in fünffacher Menge wieder aufgeforstet werden müssen.
Geschlecht und Gesellschaft
Im Winter knüpfte auch die AG Geschlecht und Gesellschaft an ihre erfolgreiche Votragsreihe aus dem Vorjahr an. Ihre Themen waren u.a. sprachliche Gewalt, junge Frauen in der Popkultur oder Prekarisierungs-tendenzen.
Die Rote Ruhr-Uni (rru)
Im November fanden verschiedene Veranstaltungen der Roten Ruhr-Uni statt, u.a. zu Heideggers Seinsfrage, zu Adornos negativer Moralphilosophie oder zu den Maßstäben der Kapitalismuskritik. Im Januar setzt die rru ihr Programm fort.
CRITIX
In der jährlichen CRITIX-Reihe informierten wir u.a über arabischen Antisemitismus oder die Psychopathologie des Vernichtungskrieges.
Tief in den Osten
Am 1. Dezember fand der Bildervotrag einer Bochumerin statt, die von Bochum nach Sibirien und wieder zurück gefahren ist – und zwar mit dem Fahrrad! Für diese ca. 20.000 Kilometer benötigte sie 19 Monate.
Samba sí, Arbeit no!
Am 21. Dezember wurde es warm im verschneiten Bochum. Es ging um die Repräsentation Lateinamerikas im deutschen Schlager und wie dieser versucht mit rassistischen und sexistischen Klischees das deutsche Selbstbild zu stärken.
Castor schottern
In diesem Herbst rollten wieder Castor-Transporte durch das Wendland. Wir organisierten Voträge zu den Protesten gegen die Transporte und unterstützten die Demonstrationen vor Ort.
24 Aug
BOCHUM Das mehr oder weniger mysteriöse Verschwinden von Klausuren an der juristischen Fakultät der Ruhr-Universität (wir berichteten) hat jetzt zu Konsequenzen am Lehrstuhl geführt. Ruhr Nachrichten 24.08.2010
Semesterabschlussklausuren der juristischen Fakultät werden nur noch gegen Vorlage des Studierendenausweises zurück gegeben. (Foto: dpa)
In einem intensiven und offenen Gespräch haben Dekan Prof. Dr. Martin Burgi und Vertreter der juristischen Fakultät am Montag mit dem AStA-Vorsitzenden Jan Keitsch sowie weiteren Vertretern des AStA und des Fachschaftsrats über die Vorfälle diskutiert.
Vorwürfe entschärft
Dabei konnten die erhobenen Vorwürfe weitgehend entschärft werden. Nachdem zunächst noch von 15 Fällen die Rede war, haben die Studierenden bei diesem Gespräch konkret von drei angeblich verschwundenen Semesterabschlussklausuren berichtet. Um die Relation klar zu machen: An der juristischen Fakultät werden jährlich mehr als 10.000 Klausuren dieser Art geschrieben.
Erste Maßnahme
Als erste Maßnahme haben die Gesprächsteilnehmer verabredet, dass die betroffenen Studierenden sich in den kommenden vier Wochen unmittelbar an Studiendekan Prof. Dr. Gereon Wolters wenden können, der dann den Vorwürfen unbürokratisch und anonym nachgehen wird.
Ausgabe gegen Ausweis
Zugleich haben sie gemeinsam bekräftigt, Semesterabschlussklausuren nur gegen Vorlage des Studierendenausweises zurückzugeben und studentisches Personal an den Lehrstühlen nicht mit der Eingabe elektronischer Daten von Semesterabschlussklausuren zu befassen.
Parallel wird der Fachschaftsrat der juristischen Fakultät auf einer Vollversammlung die Vorstellungen der Jurastudierenden ermitteln.
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/bochum/Juristische-Fakultaet-zieht-Konsequenzen;art932,1009122
24 Aug
Bochum, 24.08.2010, DerWesten

Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool
Bochum. Das Verschwinden von Klausuren an der juristischen Fakultät der Ruhr-Uni hat jetzt zu Konsequenzen am Lehrstuhl geführt.Die Semesterabschlussklausuren werden jetzt nur noch gegen Vorlage des Studierendenausweises zurückgegeben.
Im Nachgang zu den verschwundenen Klausuren in der Juristischen Fakultät der Ruhr-Uni, hat es am Montag ein Gespräch zwischen Dekan Prof. Burgi und dem AStA sowie dem Fachschaftsrat Jura gegeben. Verabredet wurde, dass die (angeblich drei) betroffenen Studierenden sich nun an die Fakultät wenden können, die den Vorwürfen anonym nachgehen will.
In Zukunft sollen bei den Juristen an der Ruhr-Uni Semesterabschlussklausuren nur noch gegen Vorlage des Studierendenausweises zurückzugeben werden. Auch sollen studentische Hilfskräfte an den Lehrstühlen nicht länger mit der Eingabe elektronischer, personenbezogener Daten von Klausuren beauftragt werden. Der Fachschaftsrat will dazu auf einer Vollversammlung die Vorstellungen der Jurastudierenden ermitteln.
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/Geaendertes-Procedere-nach-Klausurenschwund-id3602804.html
23 Aug
Als Reaktion auf die Resonanz des Klausuren-Streits in der WAZ (1,2) und in den Ruhr Nachrichten hat sich der Dekan der juristischen Fakultät einen Monat nach der Veröffentlichung des offenen Briefes des AStA zu Gesprächen bereit erklärt. Leider scheint die Stoßrichtung der geplanten Aussprache eher die inneruniversitäre Diskussionskultur, als das eigentliche Problem der Unterschlagung von Prüfungsunterlagen zu sein. Der AStA bedauert dabei sowohl das mangelnde Problembewusstsein der zuständigen Professoren, als auch die Tatsache, dass kein/e Vertreter/in des AStA zu der anstehenden Diskussion eingeladen wurde. Darüber hinaus ist es bezeichnend, dass die Gesprächsbereitschaft des Dekans erst durch die Veröffentlichung des Skandals geweckt werden konnte.
19 Aug
BOCHUM Dicke Luft an der Ruhr-Universität: An der juristischen Fakultät sollen im vergangenen Semester Klausuren verschwunden sein. Diese Vorwürfe hat jetzt der Fachschaftsrat erhoben. Der AStA fordert deshalb eine Neuregelung der Aufbewahrung und Herausgabe von prüfungsrelevanten Arbeiten.Von Max Florian Kühlem, 19.08.2010
Dekan verspricht Aufklärung
Mitglieder des Fachschaftsrats der juristischen Fakultät gehen in ihren Vorwürfen so weit, dass sie Mitarbeiter des Dekanats persönlich für die Vorfälle verantwortlich machen. Von gezieltem Mobbing ist die Rede. Es wurde auch von Fällen berichtet, in denen Beschimpfungen auf die Klausurseiten geschmiert wurden. Aufklärung in allen Fällen verspricht Dekan Prof. Martin Burgi. „Wir sind für Montag mit den Vertretern der Fachschaft verabredet und werden dort erst einmal die Tatsachen ermitteln – das ist schließlich die Aufgabe von Juristen.“
Leichtfertiger Umgang?
Bisher sei die Sachlage noch alles andere als klar – auch, ob es sich wirklich um 15 Fälle handele. Klar scheine allerdings: „Es ging dabei nicht um Staatsexamen, niemand wurde wegen der verschwundenen Klausuren im Studium zurückgeworfen“, so Burgi. Er ist sich sicher, dass eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden wird. Als generelle Lehre aus dem Vorfall fordert der AStA, dass Klausuren nur noch gegen Vorlage des Studierendenausweises oder einer entsprechenden Vollmacht herausgegeben werden. „Außerdem müssen sie nach der Abgabe sofort weggeschlossen werden und es muss nachvollziehbar sein, wer Zugang zu ihnen hatte“, so der Vorsitzende Jan Keitsch.
Der Umgang mit prüfungsrelevanten Unterlagen sei an der Uni zu leichtfertig.
18 Aug
Bochum, 18.08.2010, Jürgen Boebers-Süßmann

Blick ins Hörsaalzentrum der Ruhr-Uni. Foto: Monika Kirsch
Bochum. Nachdem an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Uni Klausuren verschwunden sind, fordert der AStA die Herausgabe von Arbeiten nur gegen Quittung. Der Vorsitzende Jan Keitsch kritisiert einen leichtfertigen Umgang mit prüfungsrelevanten Unterlagen.
Nachdem an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Uni Klausuren verschwunden sind, hat der AStA-Vorsitzende Jan Keitsch Konsequenzen gefordert. Keitsch will, dass schriftliche Arbeiten außerhalb der Vorlesungen nur noch gegen Vorlage des Studierendenausweises oder einer Vollmacht ausgehändigt werden sollen. „Das ist zum Schutz vor Unterschlagungen notwendig“, so Keitsch. Zwar bedeute dieses Quittieren mehr bürokratischen Aufwand und könnte zu Mehrarbeit bei den Mitarbeitern führen. „Aber der leichtfertige Umgang mit der Herausgabe von Klausuren muss ein Ende haben“, sagte Keitsch auf Anfrage.
Wie berichtet, waren bei den RUB-Juristen teils ganze Klausuren verschwunden, in anderen Fällen einzelne Seiten aus den Arbeiten herausgenommen worden. Studenten hatten wegen der unvollständigen Unterlagen Prüfungen nicht bestanden – 15 Fälle innerhalb eines Jahres. Möglicherweise handelt es sich dabei um den Racheakt einer ehemaligen Fachschaftsrats-Mitarbeiterin, die inzwischen als studentische Hilfskraft arbeitet.
Losgelöst von diesem konkreten Fall, fordert die Studierenden-Vertretung, dass studentische Hilfskräfte generell keinen Zugang mehr zu Räumen bekommen, in denen schriftliche Prüfungen oder Leistungsnachweise liegen. Außerdem solle die Uni dafür Sorge tragen, dass es keine Möglichkeiten zur Manipulation über das elektronische Verwaltungssystem gibt. „Es gibt an der Ruhr-Uni einen leichtfertigen Umgang mit prüfungsrelevanten Unterlagen, der auch datenschutzrechtlich bedenklich ist“, so Keitsch.
Nachdem das Thema im Juli im Senat angesprochen wurde, sieht der AStA-Chef die Hochschulleitung im Zugzwang: „Die Uni muss sich dieser Problematik stellen.“
Die verschwundenen Klausuren in der Bochumer Juristischen Fakultät sind kein Einzelfall. Im August 2008 waren an der Uni Hohenheim/Stuttgart durch eine Schlamperei 113 Klausuren verschwunden; eine Putzfrau soll beim Leeren des Papierkorbs aus einem verschlossenen Arbeitsraum einen Karton mit Klausuren entsorgt haben, der zu nahe am Abfalleimer abgestellt war. Die Hochschule hatte damals den betroffenen Studierenden eine Nachklausur und Freibier als Entschädigung angeboten.
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/RUB-AStA-kritisiert-laxen-Umgang-mit-Unterlagen-id3573655.html
16 Aug
Im Westen, 16.08.2010, Carsten Menzel

Mindestens 15 Klausuren verschwanden oder wurden manipuliert, sagt der AStA. Foto: Karl Gatzmanga
Bochum. An der Juristischen Fakultät der Bochumer Ruhr-Uni ist ein Streit über verschwundene Prüfungsunterlagen ausgebrochen. Es geht um 15 Klausuren, die verschwunden sind oder in denen Seiten fehlen. Dahinter könnte Mobbing stecken.
Ärger an der Ruhr-Uni Bochum: Ausgerechnet in der Juristischen Fakultät ist ein Streit über verschwundene Prüfungsunterlagen ausgebrochen. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) fordert inzwischen, dass sich Studierende die Abgabe ihrer vollständigen Klausur quittieren lassen sollen und die korrigierte Arbeit nur noch gegen Vorlage ihres Studierendenausweises oder einer Vollmacht ausgehändigt werden sollen. Die Professoren reagieren verschnupft auf diesen Vorstoß. Eigentlicher Auslöser für den Streit soll nach Informationen von DerWesten eine studentische Hilfskraft sein, der Teile der Studenten offenbar kein bisschen mehr vertrauen.
Die Geschichte hört sich an wie aus dem Drehbuch eines Hollywood-Streifens, der an der Highschool spielt. Es geht um eine Studentin, die aus dem Fachschaftsrat rausgeflogen ist – und jetzt als Hilfskraft der Professoren arbeitet und offenbar Rache an ihren ehemaligen Kommilitonen nimmt.
„Teilweise sind ganze Klausuren verschwunden, in anderen Fällen sind einzelne Seiten herausgenommen worden”, berichtet AStA-Vorsitzender Jan Keitsch über die Tatsachen. Die Folge: Studenten haben wegen der fehlenden oder unvollständigen Unterlagen Prüfungen nicht bestanden. Nicht viel weniger schlimm: In einigen Fällen sollen Beschimpfungen auf die Klausurenseiten geschmiert worden sein. Der Fachschaftsrat spricht von 15 Fällen innerhalb eines Jahres. Der Dekan soll untätig geblieben sein; die Studierenden bescheinigen ihm der verdächtigten Mitarbeiterin gegenüber einen „väterlichen Schutzinstinkt”.
Seine Anregungen hat der AStA daher jetzt in einem offiziellen Schreiben an das Dekanat der Juristischen Fakultät formuliert – und zwar einigermaßen unmissverständlich. Die Studierenden-Vertretung fordert darin allgemein, dass studentische Hilfskräfte „keinen Zugang mehr zu Räumen bekommen”, in denen schriftliche Prüfungen oder Leistungsnachweise liegen. Außerdem soll das Dekanat dafür Sorge tragen, dass es keine Möglichkeiten zur Manipulation über das elektronische Verwaltungssystem VSPL gibt. „Professoren treten die Eintragung von Noten in das System auch an studentische Hilfskräfte ab. Wenn Klausuren oder Leistungsnachweise verschwinden und falsche Noten ins System eingetragen sind, gibt es kaum eine Möglichkeit, dagegen vorzugehen”, erklärt Jan Keitsch.
Vertrauen in die Uni-Verwaltung klingt anders. Als „Notwendigkeit zum Schutz vor Unterschlagungen” fordert der AStA weiter, dass schriftliche Arbeiten außerhalb der Vorlesungen nur noch gegen Vorlage eines Studierendenausweises oder einer Vollmacht ausgehändigt werden sollen, auch wenn dies zu Mehrarbeit bei den Mitarbeitern führt.
Die Reaktion der Professoren Martin Burgi (Dekan) und Gereon Wolters (Studiendekan) an den AStA fällt unterkühlt und wenig konkret aus. Sie zeigen sich erstaunt über die angeblichen Probleme und stellen in einem ersten Antwortschreiben lediglich in Aussicht, dass die „zuständigen Personen (. . .) zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Maßnahmen” treffen würden.
Abseits der objektiven Vorwürfe, einzelne Seiten oder ganze Klausuren seien verschwunden, dreht sich der Streit um eine Mitarbeiterin, die zuvor als Referentin beim Fachschaftsrat Jura gearbeitet hat und jetzt beim Dekanat angestellt ist; der AStA vermutet die junge Frau hinter den Vorfällen.
Teile der Studierenden werfen der jungen Frau Mobbing anderer Studenten vor; das Dekanat unternehme dagegen nichts. Vertreter des Fachschaftsrats sollen inzwischen eine Anzeige gegen die Hilfskraft gestellt haben: Es geht um Unterschlagung.
Mittlerweile ist das Thema vordergründig, über den Umgang mit Prüfungsunterlagen, auf einer Sitzung des Uni-Senats eingebracht worden; damit muss sich die Hochschule jetzt auf Rektoratsebene mit den Vorwürfen auseinandersetzen.
15 Jul
Am 15.07.2010 wurde dem Dekanat Jura persönlich ein offener Brief überreicht.
Den offenen Brief findet ihr hier: Offener Brief