AStA der Ruhr Uni Bochum
23 Jan
DTAU, AKAFÖ und AStA informierten in der Mensa der Ruhr-Universität
Es war der 17. Dezember 2010, als die Selbstverbrennung des Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi die Revolution in Tunesien auslöste. Die Demokratiebewegung im nordafrikanischen Land hat bis heute Auswirkungen auf den gesamten arabischen Raum. Gut ein Jahr danach beschäftigte sich jetzt eine Veranstaltung an der Ruhr-Universität mit den aktuellen Herausforderungen und Perspektiven im Land. Geladen hatten dazu die Deutsch-Tunesische Akademiker Union (DTAU), das Akademische Förderungswerk (AKAFÖ) und der AStA der Ruhr-Universität.
Einen kurzen Überblick über die Lage im Land als Beobachter von außen gab Dr. Jochen Pleines, Leiter des Landesspracheninstituts (LSI): Eine der schrecklichsten und perfidesten Diktaturen in der arabischen Welt sei von einer völlig unideologischen Bewegung ohne große Führungspersönlichkeiten gestürzt worden. Ihre zentralen Forderungen: Würde, Freiheit, die Abschaffung eines undurchsichtigen Systems der Korruption. Pleines gab jedoch zu bedenken: „Die Entwicklung beginnt gerade erst. Überlegen Sie, wie lange die europäischen Staaten gebraucht haben, stabile demokratische Strukturen aufzubauen.“
Gelungen seien bisher der Aufbau der freien Presse, frei gewählter Hochschulleitungen, die Wiederbelebung der Parteien und die Durchführung von freien Wahlen im Oktober, die von Wahlbeobachtern nicht beanstandet wurden. In Hinblick auf die Wahl, die eine gemäßigte islamische Partei für sich entscheiden konnte, sagte Pleines: „Wichtig ist, dass der Westen Tunesien beim Aufbau demokratischer Strukturen bedingungslos unterstützt – und die Hilfe nicht vom Wahlergebnis abhängig macht.“
In eine ähnliche Richtung ging das Statement des Generalkonsuls der Republik Tunesien in Bonn, Adelbaki Dellali: „Der Islam ist nicht inkompatibel mit Demokratie“, sagt er. Im Grunde sei er eine Religion der Toleranz und es sei wichtig für die Welt, das zu beweisen. Die islamistische Partei En-Nahda habe in den 70er Jahren viel gelernt, gemäßigte Kräfte sorgten dafür, dass sie regierungsfähig sei.
Ebenso wie Dellali machte auch der tunesische Geschichtsphilosoph Prof. Mohamed Turki auf die drängendsten Probleme im Land aufmerksam: „Die Lage der Bildung ist katastrophal. Das Niveau vieler Studierender ist dermaßen miserabel, dass ihre Französisch- und Arabisch-Kenntnisse es ihnen nicht erlauben, sich in der freien Wirtschaft zurechtzufinden.“ Neben einer proaktiven Bildungspolitik gelte es, die Wirtschaft zu stärken.
Ergänzend gaben Mitglieder des AStA einen Eindruck von ihrer Reise nach Tunesien. Ebenso wie das Studentenwerk, das eine Partnerschaft mit den tunesischen Studentenwerken pflegt, will auch der AStA mit den tunesischen Studierendenvertretern in Kontakt bleiben und beim Aufbau demokratischer Strukturen helfen. Unter der Moderation von Abraham van Veen, Leiter der AKAFÖ-Abteilung Internationales, ergab sich im Anschluss eine anregende Diskussion.

Begrüßt wurden die TeilnehmerInnen unter anderem von Ezzedine Zerria, Vorsitzender der Deutsch-Tunesischen Akademiker Union (DTAU) (r.)
16 Jan
DTAU, AKAFÖ und AStA laden zur Diskussion über die Revolution in Tunesien
Ein Jahr nach der Revolution in Tunesien fragt eine Veranstaltung an der Ruhr-Universität: Sind die Ziele der Revolution in Tunesien erreicht? Welche Herausforderungen warten auf die neue Regierung? Wie können neue Perspektiven für die Jugend geschaffen werden? Am Donnerstag, 19. Januar, 16 Uhr, diskutieren dazu Experten und Studierendenvertreter im Tagungsraum 2 im Foyer der RUB-Mensa.
Unter dem Titel „Ein Jahr nach der Würde-Revolution in Tunesien: Ziele, Herausforderungen und Perspektiven“ hat die Deutsch-Tunesische Akademiker Union in Zusammenarbeit mit dem Akademischen Förderungswerk (AKAFÖ), Kulturbüro boSKop und dem AStA der Ruhr-Universität zu der Diskussion eingeladen. Teilnehmer sind Abdelbaki Dellali, Generalkonsul der Republik Tunesien in Bonn, Dr. Jochen Pleines, Direktor des Landesspracheninstituts und AStA-Vorsitzende Laura Schlegel. Die Moderation übernimmt Abraham Van Veen, Leiter des Bereichs Internationales beim AKAFÖ.
Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei. Medienvertreter sind zur Berichterstattung herzlich willkommen.

5 Jan
19.00 Uhr im KulturCafe der RUB
Seit 1976 leben rund 200 000 saharauische Flüchtlinge in Flüchtlingslagern im Westen Algeriens. Sie flohen vor der bewaffneten Auseinandersetzung um das Territorium der Westsahara zwischen Marokko und der saharauischen Partei POLISARIO. Die beiden Referenten haben im Frühjahr 2011 die Flüchtlingslager besucht und berichten von ihren Erlebnissen, den Gesprächen mit den Menschen, ihrem Alltag und ihrer Geschichte.
8 Nov
Vortrag & Diskussion zum Thema Asylrecht
mit:
Hanif Hidernejad (Sozialarbeiter und Psychosozialer Berater)
Kader Dogru (Sozialpädagogin/-arbeiterin)
Christian Cleusters (Student der KIG und Erziehungswissenschaft)
Asylsuchende Menschen und Flüchtlinge sind in Deutschland ständig staatlicher Repression ausgesetzt. 1993 wurde von CDU, der CSU und der SPD das Recht auf Asyl durch eine Grundgesetzänderung faktisch abgeschafft. Viele illegalisierte Personen können weder eine Schule besuchen, noch medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Wenn sie Glück haben, können sie eine befristete Aufenthaltserlaubnis bekommen. Doch die Residenzpflicht hindert auch sogenannte „Geduldete“, sich frei zu bewegen. Sie dürfen meist ihren Landkreis nicht verlassen.
Kein Mensch ist illegal!
Die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum bietet soziale und psychotherapeutische Beratungen an und vermittelt die medizinische Versorgung für Flüchtlinge. Das Thema Asyl umfasst viele unterschiedliche Bereiche. Wir beschränken uns bei „Montag kontrovers“ deswegen auf die Situation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, das Asylverfahren als solches und wollen uns die Frage stellen: Wie kann man die Lebenssituation von Asylsuchenden und Flüchtlingen nachhaltig verbessern? Sowohl rechtlich, als auch praktisch.
Der Eintritt ist natürlich frei!
24 Okt
Montag, 31. Oktober, 19 Uhr im KulturCafé
Vortrag & Diskussion zum Thema:
mit Kerstin Lanje (Referentin für Welthandel und Ernährung)
Paradoxerweise lebt fast die Hälfte der weltweit Hungernden dort, wo Lebensmittel erzeugt werden könnten. Kleinbauern sind die Verlierer eines Agrarhandelssystems, dem WTO, IWF und Weltbank eine Marktöffnung für billige Importe aus dem Norden verordnet haben.
So haben in Burkina Faso und Kamerun, aber auch in Bangladesch, subventionierte Exporte von Milchpulver aus der EU heimische Kleinbauern vom Markt verdrängt und den Aufbau eines Milchsektors behindert. Kerstin Lanje ist Referentin für Welthandel und Ernährung. Ihre Hoffnungen ruhen auf der wachsenden Anzahl von Menschen, die sich für einen nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln einsetzen und dem Widerstand, der sich gegen die Agrar- und Handelspolitik der EU formiert.
Der Eintritt ist natürlich frei!
10 Okt

Das Semester hat begonnen und somit erwacht auch der Campus aus der Sommerpause. Neben Partys und Konzerten bietet der AStA wieder spannende Alternativen zum Lehrbetrieb der Uni. Ab kommenden Montag möchte die Studierendenvertretung eine weitere politische Veranstaltungsreihe etablieren: „Montag kontrovers“.
Im April kehrte „PolDi“ nach kurzer Abstinenz auf den Bochumer Campus zurück. Der wöchentlich stattfindende „politische Dienstag“ wurde ein voller Erfolg und lockte teilweise bis zu 100 Interessierte ins KulturCafé. „Dies hat uns gezeigt, dass die Studierenden ein großes Interesse haben, abseits von Credit Points und Lernstress politische und wissenschaftliche Veranstaltungen zu besuchen“, so Jan Keitsch, Öffentlichkeitsreferent im AStA und Initiator von Montag kontrovers. „Doch wir wollen nicht bloß an einem weiteren Abend Vorträge anbieten, sondern das Themenspektrum erweitern und durch Workshops sowie Diskussionsrunden die Studierenden einbinden.“
Gleichstellung, Ökologie & Hochschulpolitik
Am Montag, den 17. Oktober startet die Reihe um 19 Uhr im KulturCafé mit einer Veranstaltung über den „Arabischen Frühling“. Durch die aktuelle Brisanz des Themas und die Zusammenarbeit des AStA mit Studierenden in Tunesien entschied man sich für diesen Einstieg. Aber auch Hochschulpolitik soll eine große Rolle spielen und unabhängig von offiziellen Veranstaltungen der RUB breit diskutiert werden. So folgt bereits am 24. Oktober eine Diskussion zum Thema „Gleichstellung an der Hochschule“. Die studentische Gleichstellungsbeauftragte der Ruhr-Uni, Rita Thiessen, informiert über die Situation in Bochum und zeigt auf, welche verschiedenen Konzepte in Europa und weltweit angewendet werden, um die männerdominierte Wissenschaftslandschaft zu verändern. Ende November soll darüber nachgedacht werden, wie eine ökologische Hochschule aussehen kann. Ist es damit getan, erneuerbare Energien einzusetzen und bessere Wärmedämmung zu nutzen? Oder muss von der „Denkfabrik“ Universität mehr ausgehen, um gegen den Klimawandel zu arbeiten?
Friedlicher Jahresabschluss?
Zum Jahresende steht u.a. das Thema Friedenspolitik auf der Agenda. „Aber auch in der Weihnachtszeit ist eine lebendige Diskussion natürlich erwünscht“, erzählt der Öffentlichkeitsreferent des AStA. „Bei den Themen Israel-Palästina-Konflikt und Abrüstung sind hitzige Streitigkeiten wohl auch vorprogrammiert.“ Die Reihe soll Studierende zu einem Dialog ermutigen und wichtige Fragestellungen in der Studierendenschaft verankern. „Beim Thema Tierversuche gab es zum Beispiel bis in die Neunziger hinein eine breite Diskussion an der Uni. Fachschaftsräte haben sich eingeschaltet und das Thema auf breiter Basis diskutiert, dahin wollen wir zurück“, berichtet Jan Keitsch, der auch die Initiative „animal academy“ zur Überwindung von Tierversuchen gegründet hat. „Am 28. November wird sich Montag kontrovers diesem Thema annehmen und hoffentlich können wir die Studierenden stärker dafür sensibilisieren.“
Montag kontrovers startet am 17. Oktober und wird bis zum 16. Januar an jedem Montag des Semesters ab 19 Uhr im KulturCafé stattfinden.
7 Okt
Bochumer Studierende berichten von dem ersten Schritt zu einer Partnerschaft zwischen Bochum und Monastir
Nach der Revolution in Tunesien reisten Mitte September Studierende aus dem AStA, dem Senat, der FSVK und dem AKAFÖ-Verwaltungsrat auf Einladung des tunesischen Studentenwerks in das nordafrikanische Land, um sich dort mit Studierenden auszutauschen und zu diskutieren. Die tunesische Bevölkerung befindet sich nun, nachdem sie Anfang diesen Jahres den Diktator Ben Ali stürzte, auf dem Weg in die Demokratie. Auch die Demokratisierung der Hochschule und die Einführung einer studentischen Interessensvertretung werden diskutiert. Die Bochumer Delegation hatte die Chance, in Workshops an sieben tunesischen Universitäten (Tunis, Monastir, Mahdia, Sousse, Sfax, Gabes und Tataouine) mit den dortigen Studierenden mögliche Modelle studentischer Mitbestimmung zu besprechen bzw. Zeuge einer Diskussion über die zukünftige studentische Mitbestimmung in Tunesien zu werden. Gleichzeitig hatte die Delegation die Gelegenheit, die dortige Kultur, aber auch die politische und gesellschaftliche Situation kennenzulernen. So konnten die Grundsteine für eine längerfristige Partnerschaft und einen regelmäßigen Austausch gelegt werden.
Am Dienstag, den 11. Oktober um 18 Uhr werden die Teilnehmer_innen der Delegation im KulturCafé über ihre vielfältigen Erfahrungen berichten, ihre Eindrücke schildern, sowie die Ergebnisse der Reise vorstellen. Neben dem Bericht der Reise wird die Perspektive des Austausches zwischen Bochum und Monastir diskutiert. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, der Diskussion beizuwohnen. Wer nicht zu der Veranstaltung kommen kann, aber Interesse an der Partnerschaft hat, kann sich gerne unter tunesien@asta-bochum.de melden.
Datum: 11.10.2011
Ort: KulturCafé
Beginn: 18:00 Uhr
22 Sep
19 Sep
Seit dem 14. September ist eine Delegation Bochumer Studierender auf Einladung des dortigen Studentenwerks zu Gast im tunesischen Monastir. Mitglieder des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Ruhr-Universität streben einen politischen Dialog mit tunesischen Studierenden im postrevolutionären Tunesien, aber auch eine langfristige Partnerschaft an.
In den ersten Tage stand bereits ein intensives Programm auf der Tagesordnung. „Wir stehen hier in engem und stetigen Kontakt zu unseren tunesischen Komilitoninnen und Komilitonen,“ so Valeska Scharpey, Sprecherin der FachschaftsertreterInnen-Konferenz (FSVK) an der RUB. „Durch die Unterbringung in Studentenwohnheimen führen wir auch abseits des eigentlichen Programms ständig Gespräche.“ Nach der Revolution vom 14. Januar und dem Sturz von Diktator Ben Ali gibt es ein neues Gefühl der Freiheit in Tunesien. „Von dieser Freiheit wird intensiv Gebrauch gemacht; es herrscht reges Interesse daran, sich untereinander aber auch mit uns über den Aufbau des ‘Zweiten Tunesiens’ zu unterhalten,“ so Fabian Wisotzky, Referent für Grund- und Freiheitsrechte im AStA.
Bei einem Gespräch im Bildungsministerium wurde offenbar, dass die Probleme im tunesischen Bildungswesen teilweise ähnlich gelagert sind, wie im deutschen: Verfehlungen im Bachelor- und Mastersystem und damit verbundene Arbeitslosigkeit und fehlende Masterplätze sind auch für deutsche Studierende keine Fremdwörter. Die tunesischen Studierenden versuchen nun, die neu gewonnene Demokratie auch an den Hochschulen durchsetzen zu können. „Mitbestimmung der Studierenden ist ein Grundpfeiler des deutschen Hochschulsystems. Wir hoffen durch unseren Besuch Anregungen für den Umbau des tunesischen Hochschulssystems geben zu können. Wir sehen aber auch, dass unsere Probleme nicht so unterschiedlich sind. Daher ist es wichtig, auch langfristig im Kontakt zu bleiben,“ so Diana Dörner, stellvertrende AStA-Vorsitzende. Auch die tunesische Seite ist bislang sehr zufrieden mit der Begegnung. „Es ist uns sehr wichtig, Eindrücke und Wissen auszutauschen. Ich habe das Gefühl, dass beide Seiten von diesem Austausch profitieren,“ so Baddreddine Dlila, Student aus Monastir.
Die AStA-Delegation wird noch bis zum 24. September in Tunesien bleiben und in mehreren Städten mit tunesischen Studierenden zusammentreffen.
7 Sep