Studierendenvertretung an der RUB

AStA der Ruhr Uni Bochum

Am 17. November 2011 wollen Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende wieder bundesweit für bessere Lernbedingungen auf die Straße gehen. Auch in Bochum hat sich ein Bildungsstreik-Bündnis gegründet, das für den Aktionstag mobilisiert und eine Demonstration organisiert.

Auch der AStA der Ruhr-Uni Bochum unterstützt die Demonstration, die dieses Mal unter dem Motto „Geld für Bildung, statt für Banken und Konzerne! Für selbstbestimmtes Leben und Lernen!“ steht.

Zwar konnte die Bildungsstreik-Bewegung in NRW bereits die Abschaffung der Studiengebühren und Kopfnoten erkämpfen, aber viele weitere Forderungen bleiben weiterhin unerfüllt. „Gerade die Forderung nach Abschaffung der Zugangsbeschränkungen (NC) – auch bei den Masterplätzen – wird ignoriert, obwohl sich durch die doppelten Abiturjahrgänge und die Aussetzung der Wehrpflicht die Situation dramatisch verschärft hat“, sagt Jan Holthuis, Referent für Hochschul- und Bildungspolitik im AStA der RUB. „Ebenso leiden viele Studierenden noch immer unter den Anwesenheitspflichten – besonders die, die zusätzlich zum Studium nebenbei jobben gehen müssen. Und das, obwohl das Wissenschaftsministerium NRW die Anwesenheitspflicht nur in Sonderfällen für zulässig hält.“

Die Demonstration startet am 17. November um 9:30 Uhr am Bochumer HBF.

Das Semester hat begonnen und somit erwacht auch der Campus aus der Sommerpause. Neben Partys und Konzerten bietet der AStA wieder spannende Alternativen zum Lehrbetrieb der Uni. Ab kommenden Montag möchte die Studierendenvertretung eine weitere politische Veranstaltungsreihe etablieren: „Montag kontrovers“.

Im April kehrte „PolDi“ nach kurzer Abstinenz auf den Bochumer Campus zurück. Der wöchentlich stattfindende „politische Dienstag“ wurde ein voller Erfolg und lockte teilweise bis zu 100 Interessierte ins KulturCafé. „Dies hat uns gezeigt, dass die Studierenden ein großes Interesse haben, abseits von Credit Points und Lernstress politische und wissenschaftliche Veranstaltungen zu besuchen“, so Jan Keitsch, Öffentlichkeitsreferent im AStA und Initiator von Montag kontrovers. „Doch wir wollen nicht bloß an einem weiteren Abend Vorträge anbieten, sondern das Themenspektrum erweitern und durch Workshops sowie Diskussionsrunden die Studierenden einbinden.“

Gleichstellung, Ökologie & Hochschulpolitik

Am Montag, den 17. Oktober startet die Reihe um 19 Uhr im KulturCafé mit einer Veranstaltung über den „Arabischen Frühling“. Durch die aktuelle Brisanz des Themas und die Zusammenarbeit des AStA mit Studierenden in Tunesien entschied man sich für diesen Einstieg. Aber auch Hochschulpolitik soll eine große Rolle spielen und unabhängig von offiziellen Veranstaltungen der RUB breit diskutiert werden. So folgt bereits am 24. Oktober eine Diskussion zum Thema „Gleichstellung an der Hochschule“. Die studentische Gleichstellungsbeauftragte der Ruhr-Uni, Rita Thiessen, informiert über die Situation in Bochum und zeigt auf, welche verschiedenen Konzepte in Europa und weltweit angewendet werden, um die männerdominierte Wissenschaftslandschaft zu verändern. Ende November soll darüber nachgedacht werden, wie eine ökologische Hochschule aussehen kann. Ist es damit getan, erneuerbare Energien einzusetzen und bessere Wärmedämmung zu nutzen? Oder muss von der „Denkfabrik“ Universität mehr ausgehen, um gegen den Klimawandel zu arbeiten?

Friedlicher Jahresabschluss?

Zum Jahresende steht u.a. das Thema Friedenspolitik auf der Agenda. „Aber auch in der Weihnachtszeit ist eine lebendige Diskussion natürlich erwünscht“, erzählt der Öffentlichkeitsreferent des AStA. „Bei den Themen Israel-Palästina-Konflikt und Abrüstung sind hitzige Streitigkeiten wohl auch vorprogrammiert.“ Die Reihe soll Studierende zu einem Dialog ermutigen und wichtige Fragestellungen in der Studierendenschaft verankern. „Beim Thema Tierversuche gab es zum Beispiel bis in die Neunziger hinein eine breite Diskussion an der Uni. Fachschaftsräte haben sich eingeschaltet und das Thema auf breiter Basis diskutiert, dahin wollen wir zurück“, berichtet Jan Keitsch, der auch die Initiative „animal academy“ zur Überwindung von Tierversuchen gegründet hat. „Am 28. November wird sich Montag kontrovers diesem Thema annehmen und hoffentlich können wir die Studierenden stärker dafür sensibilisieren.“

Montag kontrovers startet am 17. Oktober und wird bis zum 16. Januar an jedem Montag des Semesters ab 19 Uhr im KulturCafé stattfinden.

In diesem Radiobeitrag vom 18.7. geht es um die Frage, ob die Ruhr-Uni eine “Universität für alle” ist/bleibt/sein kann. Zu Wort kommt unter anderem Laura Schegel, Vorsitzende des AStA Bochum.

Am Dienstag, dem 31. Mai 2011 um 18.00 (HGB 30) findet aus gegebenem Anlass eine Podiumsdiskussion zum Verschwinden des chinesischen Künstlers und Menschenrechtlers Ai Weiwei statt.

Diese wird gemeinsam ausgerichtet von verschiedenen Sektionen der Fakultät für Ostasienwissenschaften.

Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Ostasienwissenschaften
Sektionen Geschichte und Philosophie Chinas, Politik Ostasiens

TeilnehmerInnen:
Tienchi Martin-Liao, Vorsitzende des unabhängigen chinesischen PEN-Centers
Tania Becker, Fakultät für Ostasienwissenschaften
Max Zellmer, Fakultät für Ostasienwissenschaften

Moderation:
Heiner Roetz, Fakultät für Ostasienwissenschaften

Datum: 12.05.2011 — Beginn: 18:00 Uhr — Raum: GBCF 04/611

Seit 2006 fanden bereits vier vom Arbeitskreis Gedenkstättenfahrt organisierte und u.a. in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland durchgeführte Reisen in die polnische Stadt Oswiecim statt. Die Nazis nannten diese Stadt Auschwitz. Sechs Tage lang bestand u.a. Gelegenheit, gemeinsam mit anderen an antifaschistischer Arbeit Interessierten das so genannte Stammlager (Auschwitz I) und das Vernichtungslager Birkenau (Auschwitz II) zu besichtigen, sich mit dem Thema „Arbeit und Vernichtung“ in Verbindung mit dem „Arbeitslager“ Monowitz (Auschwitz III) und den Buna-Werken auseinander zu setzen, historische Stätten in der Stadt Krakow sowie die Stadt Oswiecim zu erkunden und Gespräche mit ZeitzeugInnen zu führen, von denen nur noch sehr wenige leben bzw. für ZeitzeugInnengespräche zur Verfügung stehen. Zudem gab es die Möglichkeit eines Austausches mit polnischen AntifaschistInnen.

Auf der Veranstaltung bietet der AK Gedenkstättenfahrt einen Reisebericht sowie Informationen zur diesjährigen Reise. Darüber hinaus soll aber auch der Versuch unternommen werden, die unterschiedlichen erinnerungskulturellen Interpretationen von Auschwitz zu skizzieren. Es soll diskutiert werden, welche Formen das Gedenken in Auschwitz und an anderen historischen Orten der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik annehmen wird. Der Name Auschwitz dient schon längst als weltweiter Begriff für das Menschheitsverbrechen schlechthin und hat zahllose unterschiedliche philosophische, religiöse und historische Deutungen erfahren. Die Spannbreite reicht dabei von der Leugnung des industriell vollzogenen Massenmordes, bis hin zu dessen Universalisierung als Bestandteil eines europäischen oder sogar globalisierten Gedächtnisses.

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  • Jura-Klausuren verschwunden

    Schon in der Sommerpause zeichnete sich ab, dass in der Juristischen Fakultät Klausuren verschwinden, beschmiert oder beschädigt werden. Aufgrund unseres Einwirkens konnten die Probleme abgestellt und dem Datenschutz auch unter den Jurist_innen endlich Rechnung getragen werden.

    Interkulturelles Abendessen

    Am 2. September fand das jährliche interkulturelle Abendessen statt. Auch dieses Jahr kamen hunderte von Studierenden, um sich auszutauschen, viel zu essen und zu lachen oder einfach nur der Musik zu lauschen.

    Antikriegstag als Nazifest?

    Neonazis aus ganz Europa missbrauchten erneut den Antikriegstag am 4. September für ihr rassistische, antisemitische und antiamerikanische Progaganda. Wir unterstüzten die Gegendemonstrationen in Dortmund und boten zwei Vorträge zu den Ereignissen an.

    Studiengebühren abschaffen

    Nachdem sich die rot-grüne Minderheitsregierung in NRW gebildet hatte, wurde schnell klar, dass bald die Studiengebühren abgeschafft werden würden. Nach monatelangen Verhandlungen konnten sich Rot-Grün und die Linksfraktion einigen, zum Wintersemester 2011/12 die Gebühren abzuschaffen.
    Wir als AStA haben uns für  genauere Absprachen bereits mit der Ministerin getroffen und werden den Prozess weiterhin kritisch begleiten.

    Neubau GD

    Fast das ganze Jahr über beschäftigte  den AStA der Neubau des Gebäudes GD. Ursprünglich sollte das neue Gebäude bis ins Landschaftsschutzgebiet hinein gebaut werden. Auf Druck des AStAs konnte das verhindert werden. Desweiteren wird das Gebäude nun höher und schmaler und vernichtet somit viel weniger Wald als vorher von der Uni geplant war. Zusätzlich konnten wir durchsetzen, dass die gefällten Bäume an anderer Stelle in fünffacher Menge wieder aufgeforstet werden müssen.

    Geschlecht und Gesellschaft

    Im Winter knüpfte auch die AG Geschlecht und Gesellschaft an ihre erfolgreiche Votragsreihe aus dem Vorjahr an. Ihre Themen waren u.a. sprachliche Gewalt, junge Frauen in der  Popkultur oder Prekarisierungs-tendenzen.

    Die Rote Ruhr-Uni (rru)

    Im November fanden verschiedene Veranstaltungen der Roten Ruhr-Uni statt, u.a. zu Heideggers Seinsfrage, zu Adornos negativer Moralphilosophie oder zu den Maßstäben der Kapitalismuskritik. Im Januar setzt die rru ihr Programm fort.

    CRITIX

    In der jährlichen CRITIX-Reihe informierten wir u.a über arabischen Antisemitismus oder die Psychopathologie des Vernichtungskrieges.

    Tief in den Osten

    Am 1. Dezember fand der Bildervotrag einer Bochumerin statt, die von Bochum nach Sibirien und wieder zurück gefahren ist – und zwar mit dem Fahrrad! Für diese ca. 20.000 Kilometer benötigte sie 19 Monate.

    Samba sí, Arbeit no!

    Am 21. Dezember wurde es warm im verschneiten Bochum. Es ging um die Repräsentation Lateinamerikas im deutschen Schlager und wie dieser versucht mit rassistischen und sexistischen Klischees das deutsche Selbstbild zu stärken.

    Castor schottern

    In diesem Herbst rollten wieder Castor-Transporte durch das Wendland. Wir organisierten Voträge zu den Protesten gegen die Transporte und unterstützten die Demonstrationen vor Ort.

    Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Ruhr-Universität-Bochum begrüßt weiterhin die geplante Abschaffung der Studiengebühren in ganz NRW. Die gezielte Dramatisierung der Gesetzesänderung durch einige HochschulvertreterInnen (siehe Ruhr-Nachrichten, 22.09.2010) wird von der Bochumer Studierendenschaft scharf kritisiert. Weder ist die Verteilung der Gebührengelder im Moment „hochdemokratisch“ organisiert, noch werden die Universitäten nach ihrem Wegfall finanziellen Schiffbruch erleiden.

    Jammern auf hohem Niveau

    Stimmen aus den Universitätsverwaltungen verbreiten das Gerücht, dass den Hochschulen nicht genügend Geld zur Verfügung stehen wird, wenn die Gebühren nicht mehr erhoben werden. Aber das ist einfach falsch“, kommentiert Jan Keitsch, AStA-Vorsitzender der RUB die umstrittenen Äußerungen. Selbstverständlich werden die wegfallenden Summen aus Landesmitteln kompensiert. Trotzdem heißt es von Frau Wilkens, Prorektorin für Lehre an der RUB, das Verteilungsmodell nach Studierenden in der Regelstudienzeit habe zur Folge, dass einige Fachbereiche der RUB weniger Geld als vorher erhalten würden. „Das mag rein rechnerisch stimmen. Fakt ist jedoch, dass große Anteile der Gebührengelder für Dinge, wie eine neue Bestuhlung oder für Wettbewerbe, ausgegeben wurden, die unserer Meinung nach nicht zur Verbesserung der Qualität der Lehre beitrugen.“ Diese unnötigen Ausgaben wurden oft getätigt, da die Fakultäten aufgrund des Überschusses nicht mehr wussten, wie sie die Mittel nach den Maßgaben des Studienbeitrags- und Hochschulmittelgesetzes verwenden sollten.

    Demokratie als Auslegungsfrage

    Ein anderes Argument der GebührenbefürworterInnen besagt, dass die besonders demokratisch geregelte Mitbestimmung der Studierenden bei der Mittelvergabe verloren gehen würde, wenn die Gebühren durch reguläre Landesmittel ersetzt werden. Auch diese Schutzbehauptung geht weit an den universitären Realitäten der Gegenwart und Zukunft vorbei: „Mal ganz abgesehen davon, dass die Mittelvergabe an der RUB in der Realität nicht demokratisch funktioniert, sieht die Landesregierung ja vor, dass die Studierenden mindestens 50% der Gremien besetzen sollen, die das Geld in den Universitäten verteilt”, berichtet Nico Antweiler aus dem AStA-Referat für Hochschul- und Bildungspolitik.

    Studiengebühren sind und bleiben unsozial

    Weiterhin kritisiert der AStA die Behauptung, die Finanzierung der Studiengebühren sei sozial verträglich geregelt: „Studiengebühren sind schlicht unsozial, da sie den Zugang zur Bildung von der finanziellen Lage des Einzelnen abhängig machen”, so Denise Welz, AStA-Referentin für Öffentlichkeitsarbeit. „Daran ändert auch das Bafög nichts, da es ebenfalls vom Geldbeutel der Eltern abhängt.” Studierende, die im Studium vom Land finanziell unterstützt werden, sind eher selten. „Diese Misere wurde noch dadurch verstärkt, dass dem Stipendienprogramm, welches nur einige wenige, ohnehin schon Privilegierte unterstützen kann, Vorrang vor einer Bafög-Erhöhung für alle gegeben wurde.”

    Can’t Buy Me Love!“

    Das wohl absurdeste Pro-Gebühren-Argument ist jedoch, dass die Bindung der Studierenden an ihre Hochschule durch die Abschaffung der Studiengebühren abnehme. „Gerade die RUB hat die Umstellung auf das Bachelor-Master-System als eine der ersten Universitäten forciert und mittlerweile viele Zulassungsbeschränkungen für die Masterstudiengänge eingeführt”, so Jan Keitsch. „Daraus könnte man eher schließen, dass die Universitätsverwaltung ihre Studierenden lieber früher als später los werden möchte.”

    Angewandter Zwang

    Kritisch sieht allerdings auch der AStA die Verteilung der Ausgleichsmittel des Landes an Hand der Studierenden in der Regelstudienzeit: „Wir befürchten, dass die Universitätsverwaltung härtere Prüfungsordnungen durchsetzen wird, damit mehr Studierende in der Regelstudienzeit fertig werden. Ein Beispiel dafür ist die Prüfungsordnung des Faches Angewandte Informatik, die sogenannte Malus-Punkte vergibt, wenn Studierende Klausuren mit einem Ergebnis von unter 30% abschließen. Wer zu viele Malus-Punkte sammelt, wird zwangsweise exmatrikuliert. Der erste Fall ist gerade erst eingetreten”, so Karsten Finke, Öffentlichkeitsreferent des AStA.

    Sonntag, 12.September 2010
    Bochum im Nationalsozialismus
    Schwerpunktthema: Zwangsarbeit und Zwangsarbeiterlager in Bochum
    Stadtrundfahrt per Rad

    Während dieser etwa 4-stündigen Radtour machen wir Station an den früheren Standorten der KZ-Außenlager und auf den Geländen der ehemaligen Zwangsarbeiterlager. Ausgangspunkt ist der Springerplatz. Weitere Stationen sind das Gelände des Bochumer Vereins, die Sauren Wiesen, der Jüdische Friedhof an der Wasserstr. und der Kommunalfriedhof in Altenbochum.

    Treffpunkt: Springerplatz, Bochum
    Uhrzeit: 13.30 Uhr
    Tourleiter: Volker Gerwers
    Veranstalter: Bochumer Geschichtswerkstatt, unterstützt vom AStA der Ruhr-Universität Bochum
    Anmeldung bis zum 9.September 2010 erbeten unter: geschichtswerkstatt@bo-alternativ.de

    Im Westen, 16.08.2010, Carsten Menzel

    Mindestens 15 Klausuren verschwanden oder wurden manipuliert, sagt der AStA. Foto: Karl Gatzmanga

    Mindestens 15 Klausuren verschwanden oder wurden manipuliert, sagt der AStA. Foto: Karl Gatzmanga

    Bochum. An der Juristischen Fakultät der Bochumer Ruhr-Uni ist ein Streit über verschwundene Prüfungsunterlagen ausgebrochen. Es geht um 15 Klausuren, die verschwunden sind oder in denen Seiten fehlen. Dahinter könnte Mobbing stecken.

    Ärger an der Ruhr-Uni Bochum: Ausgerechnet in der Juristischen Fakultät ist ein Streit über verschwundene Prüfungsunterlagen ausgebrochen. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) fordert inzwischen, dass sich Studierende die Abgabe ihrer vollständigen Klausur quittieren lassen sollen und die korrigierte Arbeit nur noch gegen Vorlage ihres Studierendenausweises oder einer Vollmacht ausgehändigt werden sollen. Die Professoren reagieren verschnupft auf diesen Vorstoß. Eigentlicher Auslöser für den Streit soll nach Informationen von DerWesten eine studentische Hilfskraft sein, der Teile der Studenten offenbar kein bisschen mehr vertrauen.

    Die Geschichte hört sich an wie aus dem Drehbuch eines Hollywood-Streifens, der an der Highschool spielt. Es geht um eine Studentin, die aus dem Fachschaftsrat rausgeflogen ist – und jetzt als Hilfskraft der Professoren arbeitet und offenbar Rache an ihren ehemaligen Kommilitonen nimmt.

    Beschimpfungen in Klausuren

    „Teilweise sind ganze Klausuren verschwunden, in anderen Fällen sind einzelne Seiten herausgenommen worden”, berichtet AStA-Vorsitzender Jan Keitsch über die Tatsachen. Die Folge: Studenten haben wegen der fehlenden oder unvollständigen Unterlagen Prüfungen nicht bestanden. Nicht viel weniger schlimm: In einigen Fällen sollen Beschimpfungen auf die Klausurenseiten geschmiert worden sein. Der Fachschaftsrat spricht von 15 Fällen innerhalb eines Jahres. Der Dekan soll untätig geblieben sein; die Studierenden bescheinigen ihm der verdächtigten Mitarbeiterin gegenüber einen „väterlichen Schutzinstinkt”.

    Seine Anregungen hat der AStA daher jetzt in einem offiziellen Schreiben an das Dekanat der Juristischen Fakultät formuliert – und zwar einigermaßen unmissverständlich. Die Studierenden-Vertretung fordert darin allgemein, dass studentische Hilfskräfte „keinen Zugang mehr zu Räumen bekommen”, in denen schriftliche Prüfungen oder Leistungsnachweise liegen. Außerdem soll das Dekanat dafür Sorge tragen, dass es keine Möglichkeiten zur Manipulation über das elektronische Verwaltungssystem VSPL gibt. „Professoren treten die Eintragung von Noten in das System auch an studentische Hilfskräfte ab. Wenn Klausuren oder Leistungsnachweise verschwinden und falsche Noten ins System eingetragen sind, gibt es kaum eine Möglichkeit, dagegen vorzugehen”, erklärt Jan Keitsch.

    Frau wird verdächtigt

    Vertrauen in die Uni-Verwaltung klingt anders. Als „Notwendigkeit zum Schutz vor Unterschlagungen” fordert der AStA weiter, dass schriftliche Arbeiten außerhalb der Vorlesungen nur noch gegen Vorlage eines Studierendenausweises oder einer Vollmacht ausgehändigt werden sollen, auch wenn dies zu Mehrarbeit bei den Mitarbeitern führt.

    Die Reaktion der Professoren Martin Burgi (Dekan) und Gereon Wolters (Studiendekan) an den AStA fällt unterkühlt und wenig konkret aus. Sie zeigen sich erstaunt über die angeblichen Probleme und stellen in einem ersten Antwortschreiben lediglich in Aussicht, dass die „zuständigen Personen (.­ . .) zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Maßnahmen” treffen würden.

    Abseits der objektiven Vorwürfe, einzelne Seiten oder ganze Klausuren seien verschwunden, dreht sich der Streit um eine Mitarbeiterin, die zuvor als Referentin beim Fachschaftsrat Jura gearbeitet hat und jetzt beim Dekanat angestellt ist; der AStA vermutet die junge Frau hinter den Vorfällen.

    Teile der Studierenden werfen der jungen Frau Mobbing anderer Studenten vor; das Dekanat unternehme dagegen nichts. Vertreter des Fachschaftsrats sollen inzwischen eine Anzeige gegen die Hilfskraft gestellt haben: Es geht um Unterschlagung.

    Mittlerweile ist das Thema vordergründig, über den Umgang mit Prüfungsunterlagen, auf einer Sitzung des Uni-Senats eingebracht worden; damit muss sich die Hochschule jetzt auf Rektoratsebene mit den Vorwürfen ­aus­ei­­n­andersetzen.

    http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/Streit-um-verschwundene-Klausuren-an-der-RUB-id3569212.html

    Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) an der Ruhr-Universität reagiert empört auf Aussagen des Ruhr-Uni-Pressesprechers Josef König. Dieser hatte gegenüber verschiedenen Zeitungen behauptet, dass Studiengebühren die studentische Mitbestimmung förderten und ihre Abschaffung einen Identifikationsverlust mit sich brächte. „Die studentische Mitbestimmung bei der Verteilung der Studiengebühren ist ein schlechter Witz“, kommentiert der AStA-Vorsitzende Jan Keitsch die Ausführungen. „In vielen Fällen hatten Studierende faktisch keine Wahl, gegen geplante Ausgaben zu stimmen, da sie von der Fakultät erpresst wurden.“

    Zahlreiche studentische Mitglieder in Fakultäts- und Fachschaftsräten sind gleichzeitig Angestellte eines Lehrstuhls und so in einem unmittelbarem Abhängigkeitsverhältnis. „Autonome Entscheidungen im Sinne der Studierenden werden auf diese Weise gezielt verhindert“, kritisiert Keitsch. „Eine wirklich demokratische Teilhabe der Studierenden sieht anders aus und darf nicht an unsoziale Gebühren gekoppelt werden.“

    Auch die Behauptung, eine Identifikation mit der Uni entstehe erst durch das Bezahlen der Studiengebühren, stößt auf Unverständnis. „Eine Universität ist eine Bildungseinrichtung, die eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe erfüllt. Identifikation entsteht durch gemeinsames Lernen und Forschen, nicht durch das Bezahlen des Menschenrechts auf Bildung“, so der AStA-Vorsitzende.

    Das Rektorat der Ruhr-Universität spricht sich trotz der Vorwürfe der Studierenden und des Versprechens der Landesregierung, die Studiengebühren komplett zu kompensieren, weiterhin für das Bezahlstudium ab dem ersten Semester aus. Die Studierendenvertretung fordert dagegen seit der Einführung der Gebühren ihre vollständige Abschaffung.