AStA der Ruhr Uni Bochum
2 Feb
(rvr) Um kurz vor ein Uhr nachts bricht auf der einen Hälfte des Hörsaals HGB 10 der Jubel los: Die amtierende AStA-Koalition aus Grüner Hochschulgruppe (GHG), Linker Liste (LiLi) und der Liste Schöner Wohnen in Bochum (SWIB) hat die Wahl zum Studierendenparlament gewonnen.
Auf der anderen Seite, wo die Opposition ausharrt, ist es ruhiger geworden. „Wir sind sehr glücklich über das Ergebnis und hochmotiviert, ein weiteres Jahr tolle Arbeit für die Studierenden zu leisten“, freut sich GHG-Sprecherin Helena Patané. Von der Linken Liste sind an diesem Abend kaum noch fundierte Stellungnahmen zu erhalten. Hier spritzt der Sekt, und es wird gefeiert.
Dass die Chancen für das bisherige grün-linke Bündnis nicht schlecht standen, hatten einige bereits im Vorfeld so eingeschätzt. Das konkrete Ergebnis war trotzdem eine Überraschung. So konnte die Linke Liste die Hälfte ihrer bisherigen Parlamentssitze dazu gewinnen. Knapp 20 Prozent mehr Stimmen als im Vorjahr, und das trotz insgesamt leider gesunkener Wahlbeteiligung – damit muss die LiLi, die im bisherigen AStA unter anderem den Finanzreferenten stellte, als Wahlsiegerin Nummer eins gelten. Prozentual zulegen konnten auch die Grünen, die mit nur 38 Stimmen Vorsprung vor der LiLi stärkste Liste bleiben. Beide Gruppen stellen zukünftig neun ParlamentarierInnen. Um mehr als ein halbes Prozent verbessern konnte sich auch die dritte AStA-tragende Liste SWIB, die haarscharf am dritten Parlamentssitz vorbeischrammte und damit genauso stark im Studierendenparlament vertreten ist wie im Vorjahr.
Kaum noch da: RCDS
Wenig zu feiern gibt es dagegen beim CDU-nahen RCDS. Über Jahre hinweg war die konservative Gruppe die stärkste Oppositionsliste, bereits im vergangenen Jahr hatte sich ihre Stimmenanzahl allerdings halbiert. In diesem Jahr kann der CDU-Nachwuchs sogar froh sein, dass es an der Ruhr-Uni keine Fünf-Prozent-Hürde gibt: Ein weiteres Mal hat sich die konservative WählerInnenschaft um die Hälfte reduziert, gerade einmal 182 Studierende machten noch ihr Kreuz bei dem CDU-Nachwuchs. Wie die Liste Gewi, die RUB-Piraten und die FDP-nahen Jungliberalen (mit 1,9 Prozent auf dem Niveau ihrer Mutterpartei) stellt der RCDS damit nur noch einen einzigen Sitz im Parlament.
Als einzige Oppositionsliste einen Sitz dazugewinnen, konnte die Liste Nawi, die den Anspruch hat, insbesondere die Interessen der „Naturwissenschaftler und Ingeneure“ zu vertreten. Mit ihren sieben Parlamentssitzen wird sie wahrscheinlich erneut die Rolle der stärksten Oppositionsliste spielen.
Zügige Verhandlungen erwartet
Denn es sieht Vieles danach aus, als ob das bisherige AStA-Bündnis in gleicher oder ähnlicher Formation ein weiteres Jahr die Studierendenvertretung stellen wird. Mit 20 von 35 Sitzen kann es auf eine komfortable Mehrheit bauen. Theoretisch könnten Grüne und Linke Liste sogar ohne die kleinere Partnerin SWIB den AStA stellen – die Mehrheit würde ausreichen. Dafür gibt es aber bisher keine Anzeichen. „Wir haben ein Jahr lang sehr erfolgreich zusammengearbeitet“, sagt Fabian Wisotzky von der Linken Liste. „Daran hatten alle Partnerinnen ihren Anteil, auch die SWIB. Jetzt kommen erst einmal die Koalitionsverhandlungen, aber ich sehe überhaupt keinen Grund, warum wir nicht an das vergangene Jahr anknüpfen sollten.“
Traditionell ist es nun die Aufgabe der stärksten Liste, also der GHG, zu den Gesprächen über die Bildung eines neuen AStAs einzuladen. Ob die Grünen dabei auch weitere Listen zu Sondierungstreffen bitten – etwa die RUB-Piraten, mit denen es durchaus inhaltliche Überschneidungen zu geben scheint – dazu wollte am Wahlabend noch niemand offiziell Stellung nehmen. „Das ist ein sehr gutes Wahlergebnis für uns, aber wir müssen die Lage trotzdem zunächst einmal gemeinsam auf unserem Listentreffen analysieren“, sagt die GHG-Spitzenkandidatin und bisherige AStA-Vorsitzende Laura Schlegel. „Vorher kann ich wenig sagen, außer: Aus unserer Sicht steht zügigen Gesprächen nichts im Wege.“

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18 Dez
29.11.2011 | 17:20 Uhr

Bochum. Eine vom AStA veranstaltete Podiumsdiskussion über Tierversuche an der Ruhr-Universität zeigte einmal mehr verhärtete Fronten. Prorektor Prof. Ulf Eysel berief sich auf die Freiheit der Lehre und der Forschung, Kritiker vermissten die Suche nach Alternativen.
Beim Thema Tierversuche trifft man schnell auf verhärtete Fronten. So auch bei der abendlichen Podiumsdiskussion vom AStA „Montag kontrovers“.
“So voll war es hier noch nie“, begrüßte der AStA-Referent und Moderator Jan Keitsch die rund 100 Teilnehmer im Kultur-Café an der Ruhr-Universität. Neben ihm auf der Bühne diskutierten der Mediziner Prof. Ulf Eysel, der Prorektor für Forschung an der Ruhr-Uni und der Biologe André Schmidt, vom Verein „Menschen für Tierrechte“.
12.500 Tiere sterben jährlich an der Ruhr-Uni – 8500 davon werden für Tierversuche verwendet, weitere 500 werden zu Ausbildungszwecken getötet.
„Warum das Ganze?“, fragte sich da mancher. „Wir müssen den Forschern die Möglichkeit geben Antworten auf ihre Fragen zu finden“, versuchte Eysel eine Antwort zu geben und berief sich auf die Freiheit der Forschung und Lehre und das Tierschutzgesetz. Das fand Schmidt mangelhaft: „In den Kommissionen für Tierversuche sind Tierschützer in der Minderheit und Verbote wie Tabaktests lassen sich leicht umgehen“.
Ob Tierversuche vertretbar sind, müsse jeder Forscher mit sich selbst ausmachen, fand dagegen Eysel. Sein Argument: „Viele Fortschritte in der Medizin wurden mit Tierversuchen erkauft“. Genau das sei ein Trugschluss, hielt wiederum Schmidt dagegen, „Tierversuche führen sogar oft in Sackgassen und behindern so den Fortschritt“. Der Grund: Viele Erkenntnisse aus Tierversuchen lassen sich nicht auf den Mensch übertragen. „Die Meilensteine der Medizin – Penizillin, Cytostatika und ähnliches – wurden ohne Tierversuche etabliert“, stellte er fest.
Alternativen zu vielen Tierversuchen: Zellkulturen, Gewebe und sogar Organsysteme kann man mittlerweile künstlich herstellen. „Auch in der Ausbildung kommt man ohne Tierverbrauch aus“, behauptete Schmidt, man könne fürs Sezieren beispielsweise tote Tiere vom Tierarzt verwenden. „Das Problem ist“, so Schmidt, „dass zu wenig nach Alternativen gesucht wird, obwohl es auch da Fortschritte gebe“. Vielleicht könne man an der Ruhr-Uni wenigsten das Lehramtsstudium Biologie anpassen, räumte Eysel ein.
In der weiteren – teils emotional geführten – Diskussion mit dem Publikum musste vor allem Eysel immer wieder zugeben, dass er nicht alles über die Tierversuche an der Ruhr-Uni wusste. Der im Publikum anwesende Ruhr-Universitäts-Tierschutzbeauftragte Dr. Matthias Schmidt äußerte sich nicht, wohl aber Professoren der Biologie, die selbst Tierversuche durchführen. „Ich habe ein tiefes Vertrauen in unsere Forscher, dass sie sich ethisch korrekt verhalten – das muss ich leider zugeben“ schloss Eysel. Insgesamt ein Diskussionsabend, der viele informierte, aber wenig Neues brachte.
Lutz Tomala
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/verhaertete-fronten-beim-thema-tierversuche-id6119041.html
15 Nov

09.11.2011 | 14:56 Uhr

Düsseldorf/Essen Studentenvertreter aus Bochum, Dortmund, Köln und Aachen sind sauer auf das NRW- Wissenschaftsministerium. Das will gerade mit einer Online-Umfrage herausfinden, wo Studenten der Schuh drückt. Die Angesprochenen finden: Diese Umfage ist weitgehend wertlos. Das Ministerium kontert und spricht von einem Riesenerfolg.
„Mach mit“, wirbt Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) auf der Webseite besser-studieren.nrw.de. „Gib uns drei Minuten für fünf Fragen“, heißt es dort. Gemeint ist die Online-Umfrage des Ministeriums, die vom 31. Oktober bis 21. November in NRW läuft. „Bundesweit einmalig“ soll diese Aktion sein. Ihr Zweck: „Das Wissenschaftsministeriummöchte allen Studierenden eine Plattform bieten, auf der sie sich zu ihren Studienbedingungen äußern können.“ Für Studentenvertreter wie Bela Brenger (Asta der RWTH Aachen), Denise Welz (Asta Ruhr-Uni Bochum) und Johannes Blömeke (Asta TU Dortmund) ist diese Umfrage eine Luftnummer. „Nur vier beziehungsweise bei Bachelor-Studierenden fünf Fragen – was will man damit herausfinden?“, fragen sie. Schon jetzt stehe fest: Der Wert der Umfrage für die Studenten sei gering.
Die Studenten sollen zum Beispiel sagen, ob sie „mit ihrem Studium im Großen und Ganzen zufrieden“ sind, ob sie einen mindestens dreimonatigen Auslandsaufenthalt wahrgenommen haben oder diesen planen und ob sie mit der Arbeitsbelastung für das Studium zurechtkommen. Im Vorfeld hatte das Ministerium Studentenvertreter nach Düsseldorf eingeladen, um Anregungen für die Online-Umfrage zu bekommen. „Keiner unserer Vorschläge und Kritikpunkte ist in die Umfrage eingeflossen“, behauptet Johannes Blömeke.
Die Asta-Vertreter hätten sich detailliertere Fragen gewünscht, zum Beispiel zur Arbeitsbelastung der Studenten, zum Raumangebot und Studien-Beratungen. „Das ist alles sehr oberflächlich. Was sol dabei herauskommen?“, sagt Denise Welz. „Ein Rückgriff auf die deutlich ausführlicheren und regelmäßig stattfindenden Evaluationen und Umfragen an den Hochschulen wäre der bessere Schritt gewesen, um sich ein Bild von der Studiensituation zu machen“, so Bela Brenger.
Ministeriums-Sprecher Dirk Borhart kann die harte Kritik überhaupt nicht nachvollziehen.“DieUmfrage ist ein Erfolg. Sie hat sogar alle Erwartungen übertroffen“, findet Borhart. Es handele sich um „das bisher erfolgreichste Online-Verfahren in NRW“. Weil sich erfahrungsgemäß nicht viele Menschen Zeit für solche Umfragen nähmen, seien es absichtlich nur wenige Fragen geworden. „Es gibt aber einen zweiten Teil dieser Umfrage, in dem die Studenten selbst kleine Textbeiträge erstellen können. Und das Angebot wird bestens angenommen“, so Borhart.
Ein Blick in die Statistik zeigt: Mehr als 15000 Teilnehmer haben die Unterlagen bisher ausgefüllt. Mehr als 10000 haben ergänzende Beiträge hinzugefügt.
Matthias Korfmann
22 Sep
7 Sep
1 Aug
Bochum, 26.07.2011, Hanno Jentzsch

So soll das IC-Gebäude an der Ruhr-Uni 2013 aussehen. Foto: Gerber Architekten Dortmund
Bochum. Wenn 2013 der doppelte Abiturjahrgang an die Universitäten kommt, wird es auch an der Ruhr-Uni eng. Deshalb hat die Universitätsleitung das Projektteam RUB.2013 ins Leben gerufen.
Hier sollen alle Fäden zur Organisation des Ansturms zusammenlaufen. Nun ging das Info-Portal des Projekts online. Ein Blick auf die Seiten verrät, dass noch eine Menge Arbeit bevorsteht. Besonders die Raumnot gilt es zu lindern.
„Der doppelte Abiturjahrgang ist eine große Herausforderung“, räumt Projektleiterin Martina Hoffmann ein. Den steigenden Studierendenzahlen – bis zu 2600 zusätzliche Einschreibungen – soll unter anderem mit der Anmietung externer Räumlichkeiten begegnet werden. „Die gesamte Fakultät für Archäologie wurde zum Beispiel im Hinblick auf unser drohendes Platzproblem in die Nähe des Bergbaumuseums ausgelagert“, so Hoffmann. Auch die Kapazitäten auf dem Campus können effektiver genutzt werden.
Eigentlich sollte vor allem das geplante Gebäude GD für die nötige räumliche Entlastung sorgen. Inzwischen musste allerdings selbst die Unileitung einräumen, dass eine Fertigstellung des vierten Gebäudes der G-Reihe nicht mehr rechtzeitig zu erwarten sei.
Auf dem Internetportal von RUB.2013 wird das Gebäude GD noch als Trumpf im Kampf gegen die Raumnot aufgeführt. Intern arbeitet das Projektteam aber schon längst an einem Plan B. „Wir verhandeln gerade mit der Stadt über die Anmietung einer großen Räumlichkeit und mit einem privaten Investor, der in Campus-Nähe bauen wird“, so Hoffmann. Details oder gar Erfolge gibt es noch nicht zu vermelden.
Trotz der drohenden Enge gelte es, nicht an den Bedürfnissen der Studierenden vorbei zu planen: „Wichtig ist, dass die RUB auch ab 2013 eine Uni bleibt, auf der man sich wohlfühlen kann. Das ist ein entscheidendes Kriterium für unsere Qualität“, so Hoffmann. Dazu gehört auch eine Umgestaltung des Mensaangebots: Bis 2013 soll im jetzigen Tutorienzentrum eine zweite Mensa entstehen. Im Mensagebäude selbst wird Platz für neue studentische Arbeitsräume geschaffen.
Die Vertretung der Studierendenschaft (AStA) kritisiert bereits seit längerem, dass die Planungen für 2013 viel zu spät in Gang gekommen seien. „Ich kann auf dem Informationsportal noch nicht viele konkrete Maßnahmen entdecken“, sagt AStA-Pressesprecher Jan Keitsch. Er fordert zum Beispiel ein klares Verkehrskonzept für die wachsende Studierendenzahl.
Schon lange will der AStA eine höhere Taktung der Campuslinie U35 und eine neue Buslinie vom Hauptbahnhof zum Campus durchsetzen. „Bisher vermissen wir die Zusammenarbeit mit RUB.2013”, so Keitsch. Das soll sich allerdings ändern: „Wir werden uns bald an die studentischen Gremien wenden“, kündigt Hoffmann an. Die Verhandlungen mit der Bogestra über eine höhere Taktung der U35 und zusätzliche Busse laufen laut Hoffmann positiv.
Dass das Infoportal bisher wenig Konkretes bietet, räumt die Projektleiterin ein: „Der doppelte Abiturjahrgang ist eben eine Mammutaufgabe, die das langsame Bohren ganz vieler Bretter erfordert. Wir hoffen aber, dass wir das Infoangebot ab jetzt schrittweise ergänzen können.“
21 Jul
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In diesem Radiobeitrag vom 18.7. geht es um die Frage, ob die Ruhr-Uni eine “Universität für alle” ist/bleibt/sein kann. Zu Wort kommt unter anderem Laura Schegel, Vorsitzende des AStA Bochum.
10 Jun

Hochschule, 09.06.2011, Hanno Jentzsch

Im Studium als wissenschaftlicher Mitarbeiter in hochkarätige Forschung involviert zu werden: davon träumen viele. Foto: Friedhelm Geinowski
Bochum. Der Job als studentische Hilfskraft ist für viele Studenten der ideale Karriere-Einstieg, kann aber auch Stress und Ärger bringen. Der AStA der Ruhr-Universität sammelt derzeit die guten und schlechten Erfahrungen der Hilfskräfte und bietet Hilfestellung an.
Für viele Studenten ist es der ideale Einstieg in eine akademische Karriere: der Job als studentische Hilfskraft. Erst kopieren, dann promovieren – so die einfache Rechnung, die oft genug aufgeht.
Doch neben wertvollen Erfahrungen in der Forschung und guten Karrierechancen kann der Job am Lehrstuhl auch viel Stress und Ärger bringen. Aktuell beschäftigt sich der AStA der Ruhr-Universität damit, die guten und schlechten Erfahrungen der Hilfskräfte zu evaluieren und Hilfestellungen anzubieten. Auch Dr. Julian Schulze, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Plasma- und Atomphysik der RUB, hat seine akademische Karriere als Hilfskraft gestartet – mit beachtlichem Erfolg.
Zusammen mit einem Forscherteam hat er dazu beigetragen, das Verständnis von grundlegenden Mechanismen der Plasmaentstehung zu vertiefen. Für seine Dissertation erhält er im Sommer sogar eine Auszeichnung. Seine inzwischen patentierten Erkenntnisse haben bereits Anwendung in der Industrie gefunden. „Die Arbeit als Hilfskraft war der Einstieg in meine Forschung“, sagt Schulze rückblickend. Auch sein Kollege Edmund Schlüngel, ebenfalls beteiligt an der bahnbrechenden Forschungsarbeit, ist den Weg über die studentische Hilfskraftstelle gegangen – und ist ebenfalls zufrieden: „Ich war damals sofort in die wissenschaftlichen Prozesse eingebunden.“
Die Arbeit am Lehrstuhl – ein echter Traumjob? „Nicht unbedingt“, weiß Paula Wiesemann, Studentin an der RUB und Vorsitzende des bundesweit aktiven Vereins zur Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses (VVwN). „Die diffusen Vorteile der Hilfskrafttätigkeit täuschen über eine häufig sehr problematische Arbeitssituation hinweg“, so Wiesemann.
Probleme entstehen unter anderem, weil die Professoren häufig gleichzeitig Arbeitgeber und Prüfer sind. „Da fällt es schwer, auch mal Nein zu sagen“, so Wiesemann. Viele unbezahlte Überstunden und unangemessene Aufgaben sind die Folge. Auch an der RUB: „Eine Professorin forderte etwa ihre Hilfskraft auf, aus ihrem Wohnort Essen nach Bochum zu kommen, um ein paar Kopien zu machen – während die Professorin selbst nur ein Stockwerk entfernt vom betreffenden Buch in ihrem Büro saß“, so Wiesemann.
Kein Einzelfall in einem Arbeitsverhältnis, in dem viele Hilfskräfte laut einer Studie der Bildungsgewerkschaft GEW eher auf Karrierechancen als auf Arbeitsrechte und die Bezahlung blicken. Vom Hilfskraftjob allein können ohnehin nur die wenigsten leben. Unterstützung aus dem Elternhaus und andere Nebenjobs sind laut GEW die Regel. Ein weiteres Problem sind die Arbeitsverträge, die meist nur befristet erteilt werden. Ökonomische Unsicherheit ist die Folge. Wiesemann: „Den Hilfskraftjob muss man sich leisten können.“
An der RUB wurde nun eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, in der neben dem AStA auch der VVwN und die GEW beteiligt sind. „Der Hilfskraftjob hat zwischen wertvollen Erfahrungen und Frustration Vieles zu bieten. Wir wollen Informationen sammeln und langfristig für bessere Arbeitsbedingungen eintreten“, so Wiesemann.
27 Apr

Bochum, 26.04.2011, WAZFotoPool
Wie Rollstuhlfreundlich ist die Ruhr-Uni-Bochum? Ein Praxistest.
Emilie Devrainne ist eine behinderte Austauschstudentin an der Ruhr-Uni-Bochum. Einer der entscheidenden Gründe, sich an der RUB einzuschreiben, war für sie der gute Ruf der Bochumer Uni in Sachen Barrierefreiheit. Kann dieser Ruf den Praxistest bestehen? Wir wollten es wissen und begleiteten die Studentin durch die Uni.
http://www.derwesten.de/video/im-westen/bochum/Rollstuhl-Test-der-RUB-id4581806.html
1 Feb

Hochschule, 31.01.2011, Hanno Jentzsch

Die Grüne Hochschulgruppe gewann die Wahl zum Studierendenparlament und will nun Laura Schlegel als neue AStA-Vorsitzende der Ruhr Uni Bochum vorschlagen.
Bochum. Bei der Wahl des Studierendenparlaments an der Ruhr-Universität Bochum bleibt die Grüne Hochschulgruppe stärkste Fraktion mit vorläufigen 23 %. Somit kann die bisherige Koalition weitermachen. Die Naturwissenschaften- Liste (NAWI) legte kräftig zu.
Die Wahlen zum 44. Studierendenparlament an der Ruhr-Uni sind vorbei. Stärkste Liste ist erneut die Grüne Hochschulgruppe (GHG), die nach dem vorläufigen Endergebnis ihre acht Sitze verteidigen konnte und den AStA-Vorsitz stellen wird. Die Auszählung der Stimmen geriet auch in diesem Jahr zum bunten Polit-Spektakel.
Zusammengeknüllte Positionspapiere fliegen durch die Luft und an die Köpfe der Konkurrenz, die Linke Liste hat die roten Fahnen mitgebracht und im Foyer dröhnt der Punkrock aus den Boxen. Die konservative Liste der Naturwissenschaftler (NAWI), die sich im Wahlkampf als „pragmatisch“ positionierte, nimmt in der Tat zupackend die Tische im Hörsaal HGB 10 auseinander. Alle trinken fleißig Bier, das Rauchverbot ist außer Kraft: Die Auszählung der Stimmen der SP-Wahlen ist traditionell eine wilde Angelegenheit. Mittendrin versucht der Wahlausschuss um den Vorsitzenden Oliver Hein, ein korrektes Ergebnis zu ermitteln. Irgendwann nach Mitternacht steht die vorläufige Sitzverteilung fest. „Jetzt bin ich einfach froh, dass es vorbei ist“, ist das einzige Resümee, das Fein noch hervorbringt.
Chinesische Wahlhelfer
Die NAWI quittiert das Ergebnis mit Jubelgeschrei: Sie hat ihr Ergebnis aus dem Vorjahr verdoppelt. Die Naturwissenschaftler sind nun mit sechs Sitzen der Krösus in der Opposition. Der CDU-nahe Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) hat dagegen verloren. Die Koalition aus Linker Liste, der Liste Schöner Wohnen in Bochum (SwiB), alternativer liste (al) und der Grünen Hochschulgruppe wurde trotz Verlusten bestätigt. Sie regiert die RUB seit 2008 skandalfrei und soll nach Wunsch aller beteiligten Listen bestehen bleiben. „Wir werden nun Laura Schlegel als Vorsitzende vorschlagen“, freut sich der scheidende AStA-Chef Jan Keitsch (GHG). Während er noch redet, hat irgendwer einen Kassettenrekorder im Hörsaal aufgestellt, aus dem die „Internationale“ plärrt.
Das Team der Wahlhelfer zerstreut sich schnell. Wie in den Vorjahren war es chinesisch dominiert. Woran das liegt? „Wir sind alle in einem chinesischen Forum und sagen uns sofort Bescheid, wenn die Ausschreibung raus ist“, sagt Sun Zhang, einer der Helfer. „Die Wahl ist immer eine gute Gelegenheit, ein bisschen Geld zu verdienen.“
Wahlbeteiligung gesunken
Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zu den starken 17% aus dem Vorjahr gesunken. 2010 hatten die Bildungsproteste für eine Politisierung gesorgt. 2011 verlief der Wahlkampf dagegen vergleichsweise ruhig. Und auch bei der Wahlauszählung soll es in der Vergangenheit bereits wesentlich wilder zugegangen sein.