Studierendenvertretung an der RUB

AStA der Ruhr Uni Bochum

Für den 4. September 2010 mobilisieren die Dortmunder Neonazis erneut europaweit zum so genannten „Nationalen Antikriegstag”. Die seit 2005 jährlich stattfindende Demonstration ist für die extreme Rechte ein günstiger Anlass, um unter dem Deckmantel des „Pazifismus“ ihren Rassismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus zu propagieren. Über diese Thematik informiert  euch das Referat für Grund- und Freiheitsrechte des  AStAs der Ruhr-Universität Bochum mit zwei Vorträgen:


Neonazis in Dortmund

Ort: GC 03/149 Datum:  10.08.2010 Uhrzeit: 19:00

Im Folgenden geht es primär um neuerliche Entwicklungen, sowohl bei den Neonazis, als auch bei der extremen Rechten auf parlamentarischer Ebene. Informiert wird über die allgemeine Beschaffenheit der Dortmunder Neonaziszene, deren Ursprung, personelle Konstitution, Arbeitsteilung sowie deren Verbindungen zur gewaltbereiten und gewaltsuchenden Fußballszene.

Auf zu neuen Taten!

Ort: GC 03/149 Datum: 18.08.2010 Uhrzeit: 19:00

Das S4-Bündnis, ein Zusammenschluss von Antifa- und anderen linken Gruppen, stellt sich vor. Als Nachfolger des S5-Bündnisses, steckt dieses Bündnis bereits seit dem letzten Jahr in den Vorbereitungen um das Nazi Event zu verhindern. Der Vortrag dient dazu, das Bündnis vorzustellen und einen Überblick über aktuelle Geschehnisse rund um den „Nationalen Antikriegstag“ zu geben.

Die Veranstalter_innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten und/oder rassistischen Parteien, Organisationen oder Szenen angehören beziehungsweise bereits in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische, sexistische, homphobe oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

01. Juli | 18.00 Uhr | HZO 80

Anne Waldschmidt (Köln)

Dass behinderte Menschen anders sind als “wir Normalen” (Erving Goffman), wird üblicherweise nicht auf gesellschaftliche Einflüsse zurückgeführt, sondern auf die gesundheitlichen Störungen und Abweichungen, die als objektiv feststellbare “Naturtatsachen” angesehen werden. Entsprechend wird von der kulturellen Universalität des Behinderungsphänomens ausgegangen und “Behinderung” (disability) wird zumeist umstandslos mit “Beeinträchtigung” (impairment) gleichgesetzt. Dagegen wird in der Genderdebatte davon ausgegangen, dass Geschlecht eine soziale Konstruktion ist und die beiden Dimensionen “sex” und “gender” sich wechselseitig durchdringen.
In jüngster Zeit haben die Disability Studies darauf aufmerksam gemacht, dass es auch im Falle von Behinderung keine unhintergehbare “Natur” gibt. Ihnen zufolge stellt erst die gemeinsame Assoziation mit Unvermögen und Anormalität die kollektive Identität von Menschen mit höchst vielfältigen körperlichen Erfahrungen und Fähigkeiten her. Behinderung ist keine fixe Kategorie, sondern ein eher unscharfer Oberbegriff, der sich auf eine bunte Mischung von unterschiedlichen körperlichen und kognitiven Merkmalen bezieht, die oft nichts anderes gemeinsam haben als das soziale Stigma der Begrenzung, Abweichung und Unfähigkeit. Im Anschluss an die Intersektionalitätsdebatte lässt sich zeigen, dass sich Geschlecht und Behinderung nicht als getrennte Kategorien gegenüber stehen, sondern vielmehr das Zusammenspiel von “sex” und “impairment”, “gender” und “disability” im Ergebnis eine Matrix ergibt: Alle vier Ebenen verweisen aufeinan-der und überschneiden sich; alle vier Ebenen, d.h. auch “sex” und “impairment” als vermeintlich natürliche Phänomene sind gesellschaftlich hergestellt. Die Logik der Wechselwirkungen wird offensichtlich von der Macht der Normalität bestimmt. und auch sie offenbart sich als ambivalent.

Vortrag der Veranstaltungsreihe Geschlecht und Gesellschaft

17. Juni | 18.00 Uhr | HZO 80

Anne Lenz/Laura Paetau (Berlin)

Was machen Feminist_innen heute? Und wie lassen sich Feminismus und Feminist_in sein heute praktisch denken? Dieser Frage widmen wir uns in der 2009 erschienenen Untersuchung Feminismen und ‚Neue Politische Generation’. Auf der Suche nach Handlungsräumen für Feminismen – außerhalb medialer popfeministischer Debatten – fragen wir nach Strategien und Zielen feministischer Aktivist_innen in Bezug auf ihre politische Praxis und Organisierung. Welche Theorie liegt der jeweiligen Praxis zugrunde? Welches Wirkungsfeld versuchen die Aktivist_innen zu erreichen und in welches intervenieren sie letztendlich? Inwiefern bestehen Perspektiven in Bezug auf die Politisierung der Geschlechterverhältnisse und was verstehen die interviewten Frauen und Männer unter dem „F-Wort“? Grundlage der Untersuchung ist eine empirische Erhebung, in der Aktivist_innen, organisiert in Berliner Gruppen, qualitativ befragt wurden. Die Interviews werden bezüglich der berichteten politischen Strategien mit- und gegeneinander diskutiert und geben einen breiten Eindruck über aktuellen, feministischen Aktivismus. Betrachtet werden sie dabei vorwiegend aus zwei Perspektiven: Zum einen ausgehend von der Subjektivität der befragten Person vor dem Hintergrund ihrer individuellen Geschichte und zum anderen in Bezug auf die der Untersuchung zugrunde liegenden Annahmen: Die neue deutsche Frauenbewegung, als explizit feministische Bewegung, hat sich bezüglich ihrer identitären Organisationsform von Frauen als Frauen und für Frauen sowie der daraus folgenden Manifestation von Geschlecht als „Hauptwiderspruch“ überlebt. Ungleichheit qua Geschlecht hingegen, in Form der Benachteiligung von Frauen sowie als binäre Kategorisierung, existiert – mal anders, mal sehr ähnlich den Widersprüchen der 70er Jahre – weiterhin. In Anlehnung an dieses „Erbe der Frauenbewegung“ reflektiert die Untersuchung den Aktivismus junger Feminist_innen und möchte Anregungen geben, was „Feminismus“ und “Feministin sein“ heute heißen kann.

Vortrag der Veranstaltungsreihe Geschlecht und Gesellschaft

10. Juni | 18.00 Uhr | HZO 80

Katharina Knüttel (Bochum)

War „der Körper“ lange Zeit eher eine randständige Erscheinung in der Soziologie, erfährt er seit den 1990er Jahren zunehmend wissenschaftliche Beachtung – einerseits als „Geschlechtskörper“ von Seiten der Gender Studies, andererseits aber auch in der Entwicklung einer allgemeinen Körpersoziologie. Als „weiblicher Körper“ war er bereits zuvor vielfacher politischer Bezugspunkt in den neuen Frauenbewegungen. Nach einer kurzen Vorstellung ausgewählter theoretischer Zugänge soll anhand einiger Beispiele ausgeleuchtet werden, welche Rolle Körper in der (Re-)Produktion miteinander verwobener Machtdimensionen wie Geschlecht, Klasse und „race“ spielen, um anschließend Anknüpfungspunkte für eine politische Praxis diskutieren zu können.

Vortrag der Veranstaltungsreihe Geschlecht und Gesellschaft

Mitt­woch, 2. Juni | 11:00 Uhr s.t. – 16:30 Uhr | IC-​Ge­bäu­de, Etage 3, Raum 161 | Ruhr-​Uni­ver­si­tät Bo­chum

Freud ist alles an­de­re als ein »toter Hund«. Auch wenn sich die zeit­ge­nös­si­sche Psy­cho­lo­gie von sei­nen aben­teu­er­li­chen se­xu­el­len Ein­fäl­len wie dem Pe­nis­neid des Wei­bes oder dem Ödi­pus­kom­plex zu dis­tan­zie­ren pflegt, so will doch so gut wie kei­ner dem »Un­be­wuss­ten«, die wis­sen­schaft­li­che Be­rech­ti­gung ab­spre­chen. Im Ge­gen­teil, nicht nur bei der Er­klä­rung von Aus­län­der­feind­lich­keit und Ju­gend­ge­walt spie­len ag­gres­si­ons­theo­re­ti­sche, trie­böko­no­mi­sche oder eth­no-​psy­cho­ana­ly­ti­sche Er­klä­rungs­mus­ter eine pro­mi­nen­te Rolle. Zum psy­cho­lo­gi­schen All­ge­mein­gut ge­wor­den ist auch die trie­böko­no­mi­sche Deu­tung staat­lich or­ga­ni­sier­ter Krie­ge als Aus­druck mensch­li­cher Ag­gres­si­vi­tät oder des mensch­li­chen To­des­trie­bes. Der Er­zie­hungs­wis­sen­schaft­ler Micha­el Brum­lik, der 2006 durch seine Freud-​Bio­gra­phie be­kannt ge­wor­den ist, er­blickt in den ara­bi­schen Selbst­mord­at­ten­ta­ten einen Beleg für die un­ge­bro­che­ne Ak­tua­li­tät des To­des­trie­bes. In den At­ten­ta­ten ver­ei­ni­gen sich sei­ner psy­cho­ana­ly­ti­schen Deu­tung zu­fol­ge beide Mo­men­te des To­des­trie­bes: die Ten­denz der Selbst­zer­stö­rung mit dem Ur­trieb, an­de­re Mit­glie­der der mensch­li­chen Ge­sell­schaft aus dem Leben zu be­för­dern. Auch die mo­der­ne Hirn­for­schung, na­ment­lich ver­tre­ten durch Ger­hard Roth, knüpft an die Ka­te­go­rie des von em­pi­risch-​er­fah­rungs­wis­sen­schaft­lich ori­en­tier­ten Psy­cho­lo­gen als Me­ta­phy­sik ver­wor­fe­nen freu­dia­ni­schen Un­be­wuss­ten an und ver­sucht die­sem eine na­tur­wis­sen­schaft­li­che Basis zu ver­lei­hen.

Wie schließ­lich die An­ti­se­mi­tis­mus­for­schung be­legt, ist auch der freu­dia­nisch in­spi­rier­te Psy­cho­mar­xis­mus der Frank­fur­ter Schu­le kei­nes­wegs un­mo­dern ge­wor­den und er­freut sich ins­be­son­de­re in an­ti­deut­schen Krei­sen gro­ßen Zu­spru­ches, wenn es darum geht, mit Ador­no-​ und Hork­hei­mer-​Zi­ta­ten nach dem sa­do-​ma­so­chis­ti­schen Ur­sprung des deut­schen Na­tio­nal-​Cha­rak­ters zu for­schen. Ador­no und Co hat­ten – wie selbst bei ihren An­hän­gern bis heute über­wie­gend un­be­kannt ist – den An­ti­se­mi­tis­mus als „au­to­ri­tä­re Ag­gres­si­on“ aus der sa­dis­ti­schen Kom­po­nen­te des au­to­ri­tä­ren Cha­rak­ters ab­ge­lei­tet und damit dem Ju­den­hass eine un­er­läss­li­che psy­chi­sche Ent­las­tungs­funk­ti­on für den See­len­haus­halt des Un­ter­ta­nen at­tes­tiert.

An den Theo­ri­en von Freud und der Frank­fur­ter Schu­le soll im Rah­men des Se­mi­nars auf­ge­zeigt wer­den, wel­che sys­te­ma­ti­schen Feh­ler­klä­run­gen von Krieg, fa­schis­ti­schen An­ti­se­mi­tis­mus und staats­bür­ger­li­chem Ge­hor­sam die Ka­te­go­ri­en­welt der Psy­cho­ana­ly­se (Ich, Es und Übe­r­ich, Pro­jek­ti­on, Iden­ti­fi­ka­ti­on etc). er­bringt und wel­chen po­li­tisch-​le­gi­ti­ma­to­ri­schen Nutz­wert psy­cho­ana­ly­ti­sche Er­klä­rungs­mus­ter be­sit­zen.

Diens­tag, 1. Juni | 19:30 Uhr | Kul­tur­Café, Ruhr-​Uni­ver­si­tät Bo­chum

Der Un­ter­ti­tel ist Pro­gramm. Er be­inhal­tet die zen­tra­le These der von Al­bert Krölls vor­ge­leg­ten Kri­tik der Psy­cho­lo­gie. Da­nach be­steht die un­be­streit­ba­re Leis­tung der psy­cho­lo­gi­schen Welt­an­schau­ung in der er­folg­rei­chen Selbst­ma­ni­pu­la­ti­on des schwie­ri­gen Wil­lens zum Glück in einer Ge­sell­schaft, die für die große Mehr­heit ihrer Mit­glie­der die wenig loh­nen­de Le­bens­per­spek­ti­ve der ab­hän­gi­gen Ar­beit vor­sieht. Die Kunst der Glücks­fin­dung be­steht dem­ge­mäß darin, die ei­ge­nen Er­war­tun­gen an die Welt an deren harte Rea­li­tä­ten an­zu­pas­sen und um­ge­kehrt die An­for­de­run­gen der so­zia­len Wirk­lich­keit als Be­wäh­rungs­pro­be für sich und seine werte Per­sön­lich­keit zu be­trach­ten und in der Er­fül­lung sei­ner ge­sell­schaft­li­chen Pflich­ten seine Selbst­ver­wirk­li­chung zu su­chen.

Der psy­cho­lo­gisch ge­bil­de­te Mensch, der sei­nen ma­te­ri­el­len Mis­ser­folg nicht den Prin­zi­pi­en der Kon­kur­renz­ge­sell­schaft, son­dern sich selbst und sei­ner man­geln­den »Er­folgs­fä­hig­keit« zu­schreibt, macht sich geis­tig frei von der Be­fas­sung mit den seine Exis­tenz re­gie­ren­den öko­no­mi­schen und po­li­ti­schen In­ter­es­sen, für deren Er­folg er als Ar­beit­neh­mer, Er­zie­hungs­be­rech­tig­ter und Sol­dat ein­zu­ste­hen hat. Wer vom Wunsch be­seelt ist, von der ge­sell­schaft­li­chen Um­welt den Wert der ei­ge­nen Per­son be­stä­tigt zu er­hal­ten, ist um­ge­kehrt von einem grund­sätz­li­chen Ver­ständ­nis für alle Zu­mu­tun­gen er­füllt, die ihm Staat und Öko­no­mie des de­mo­kra­ti­schen Ka­pi­ta­lis­mus auf­er­le­gen. Wer sich die psy­cho­lo­gi­sche Sicht­wei­se der Welt und sei­ner dienst­ba­ren Rolle in ihr zu Eigen macht, der ent­spricht also in idea­ler Weise dem An­for­de­rungs­pro­fil des de­mo­kra­tisch-​ka­pi­ta­lis­ti­schen Staats­bür­gers. Seine Un­ter­wer­fung unter die Zwän­ge der bür­ger­li­chen Ge­sell­schaft er­scheint als Akt der Frei­heit, als Ver­wirk­li­chung ge­lun­ge­ner Sub­jekt­wer­dung.

Die Wis­sen­schaft der Psy­cho­lo­gie lie­fert für die­ses Be­dürf­nis eine sach­ad­äqua­te Theo­rie des Wil­lens. Die­ser Theo­rie zu­fol­ge ist der Wille des Men­schen kei­nes­falls das ein­fa­che Re­sul­tat sei­ner Ab­sich­ten und Be­schlüs­se. Viel­mehr ist sein Han­deln de­ter­mi­niert durch in­ne­re und äu­ße­re Be­din­gun­gen: Trie­be, Reiz-​Re­ak­ti­ons-​Me­cha­nis­men, Dis­po­si­tio­nen, Ver­hal­tens­mus­ter, Um­welt­ein­flüs­se etc. Ihr Wis­sen um die ge­hei­men Wirk­kräf­te der Seele ge­win­nen Psy­cho­lo­gen vor­nehm­lich da­durch, dass sie die Hand­lun­gen der Sub­jek­te in deren »see­li­sches In­nen­le­ben« re­flek­tie­ren und das prak­ti­sche Tun als Äu­ße­rung der in­ne­ren Mög­lich­keit dazu be­stim­men. So er­klä­ren sie auf mus­ter­gül­tig tau­to­lo­gi­sche Weise das Reich der mensch­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten durch eben­so viele gleich­na­mi­ge An­trie­be: den Krieg und an­de­re Ge­walt­tä­tig­kei­ten aus einem Ag­gres­si­ons­trieb, die Aus­übung von Macht aus dem Macht­stre­ben u.s.w.

Mit die­ser Be­stim­mung des Wil­lens als ab­hän­gi­ger Va­ria­ble eines En­sem­bles in­ne­rer und äu­ße­rer Wirk­kräf­te er­teilt die Psy­cho­lo­gie dem Men­schen zu­gleich einen um­fas­sen­den Steue­rungs­auf­trag. Der­sel­be Mensch, eben noch als wil­len­lo­ser Spiel­ball psy­chi­scher Im­pul­se de­fi­niert, soll nun­mehr als Kon­flikt­ma­na­ger der wi­der­sprüch­li­chen An­sprü­che fun­gie­ren, wel­che seine in­ne­re Dis­po­si­ti­ons-​ oder Mo­ti­va­ti­ons­la­ge und die äu­ße­re Welt an ihn er­he­ben. Er soll im Kampf mit sich selbst sein see­li­sches Gleich­ge­wicht her­stel­len, ein Pro­gramm, das seit Freud unter dem psy­cho­lo­gi­schen Namen einer ge­lun­ge­nen Ich-​Bil­dung be­kannt ist. Je­den­falls dazu soll der Rest an Wille und Ver­stand, den die Psy­cho­lo­gie dem Men­schen zu­ge­steht, noch zu ge­brau­chen sein.

Die sys­te­ma­ti­sche Dar­stel­lung die­ses Zu­sam­men­hangs zwi­schen den Er­klä­rungs­mus­tern der psy­cho­lo­gi­schen Welt­an­schau­ung und ihrem Ge­brauchs­wert für die ka­pi­ta­lis­ti­sche Kon­kur­renz­ge­sell­schaft bil­det das Leit­the­ma des Vor­trags. Im Rah­men eines ex­em­pla­ri­schen Durch­gan­ges durch die plu­ra­lis­ti­sche Welt psy­cho­lo­gi­scher Theo­ri­en wer­den die ver­schie­de­nen An­sät­ze dar­auf hin un­ter­sucht, wel­che be­son­de­ren Bei­trä­ge sie zum psy­cho­lo­gi­schen Pro­gramm der An­pas­sung des bür­ger­li­chen Kon­kur­renz­sub­jek­tes an seine ge­sell­schaft­li­che Hei­mat er­brin­gen, worin ihr po­li­tisch-​le­gi­ti­ma­to­ri­scher Ge­halt be­steht und auf wel­chen sys­te­ma­ti­schen Feh­lern der wis­sen­schaft­li­chen Theo­rie­bil­dung diese ge­sell­schaft­li­che Nütz­lich­keit grün­det.

Thematisierung von Männlichkeit(en), Mackertum & (Anti-)Sexismus

Vom 13. bis zum 16. Mai findet im Autonomen Zentrum Mülheim die Veranstaltungsreihe “Macker Massaker” u.a. mit freundlicher Unterstützung des AStA Bochum statt.

Das Ma­cker Mas­sa­ker wird einen Raum schaf­fen, um se­xis­ti­sches Ver­hal­ten of­fen­zu­le­gen und zu kri­ti­sie­ren. Es soll er­ar­bei­tet wer­den, in­wie­fern Ma­cker­tum mit Männ­lich­keit zu­sam­men­hängt oder ob ma­cke­ri­ges Ver­hal­ten un­ab­hän­gig von Gen­der zu be­trach­ten ist. Männ­lich­keit(en) mit ihren Pri­vi­le­gi­en, Rol­len­zu­schrei­bun­gen, Nach- und Vor­tei­len sol­len (selbst-​)kri­tisch re­flek­tiert und an­tis­e­xis­ti­sche Pra­xis ge­för­dert wer­den. Mit dem Namen „Ma­cker Mas­sa­ker“ wol­len wir in selbst­iro­ni­scher Weise das Mar­tia­li­sche an Männ­lich­kei­ten her­aus­stel­len, von dem wir uns aber nicht in eli­tä­rer Weise frei­spre­chen kön­nen und wol­len, da sich letzt­lich auch Wut auf Ma­cker­ver­hal­ten im „Mas­sa­ker“ aus­drückt und wir das Mar­tia­li­sche somit selbst re­pro­du­zie­ren. (aus der Selbstdarstellung)

Hier gibt es außerdem eine Programm-Übersicht und eine Orga-Seite mit Infos zu Essen, Schlafplätzen etc.

  • 0 Comments
  • Filed under: Archiv, GruF, aktuell
  • Am Dienstag, den 18. Mai veranstaltet das COUNTER CURRICULUM einen Vortrag mit Helge Buttkereit zum Thema “Utopische Realpolitik – Die Neue Linke in Lateinamerika”. Er stellt sein gleichnamiges Buch im KulturCafé vor und stellt sich dann der Diskussion; die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr.

    »Die Neue Linke in La­tein­ame­ri­ka gibt der Welt neue Hoff­nung. Die Vor­gän­ge in Ve­ne­zue­la, Bo­li­vi­en, Ecua­dor oder Ch­ia­pas (Me­xi­ko) zei­gen bei­spiel­haft, dass ge­gen­über einem voll­ends ka­pi­ta­lis­tisch for­mier­ten Erd­ball noch nicht das letz­te Wort ge­fal­len ist. Sie regen, rich­tig ver­stan­den und ana­ly­siert, zu prak­ti­scher Kri­tik an den über­hol­ten Prin­zi­pi­en der er­starr­ten alten Lin­ken an und zei­gen – auch für die Si­tua­ti­on in West­eu­ro­pa – neue Wege auf. Es ge­lingt der Neuen Lin­ken ganz im Sinne Che Gue­va­ras, rea­lis­tisch zu blei­ben und dabei das Un­mög­li­che zu ver­su­chen.
    Hugo Chávez, Evo Mo­ra­les und Ra­fa­el Cor­rea, aber auch Sub­co­man­dan­te Mar­cos sind, so die These des Bu­ches, uto­pi­sche Re­al­po­li­ti­ker. Sie haben sich ge­mein­sam mit ihrer je­wei­li­gen Basis auf den Weg ge­macht, eine wirk­lich an­de­re Welt mög­lich zu ma­chen, in der nicht das Ka­pi­tal, son­dern der sich be­frei­en­de Mensch und seine all­sei­ti­ge Ent­fal­tung im Mit­tel­punkt ste­hen wird – wenn die Be­we­gun­gen Er­folg haben.
    Helge Butt­ke­reit fasst in die­sem Buch erst­mals die un­ter­schied­li­chen ak­tu­el­len Be­we­gun­gen in einer Stu­die zu­sam­men, ar­bei­tet die Prin­zi­pi­en von Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on, so­li­da­ri­scher Öko­no­mie und neuem In­ter­na­tio­na­lis­mus her­aus und wid­met sich auf Grund­la­ge neuer und alter Über­le­gun­gen dem »So­zia­lis­mus im 21. Jahr­hun­dert«.«

    “Nichts gelernt und nichts vergessen” – Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland (mit Joachim Bruhn)

    Eine Veranstaltung des Referats für Grund- und Freiheitsrechte des AStA der RUB

    Irgendwann zwischen der Wannsee-Konferenz und der Gründung Israels verliert der Hass auf die Juden jedwede Geschichte. Danach gab es keine Antisemiten mehr: weil alle es sind. Der Antisemitismus wird zum logischen wie zum historischen Apriori, zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins der Deutschen. Was immer sich seitdem auch ereignet hat – es spiegelt den prinzipiellen Stillstand der Geschichte, den Bann, die Angstlust der erpreßten Versöhnung. So findet auch der Hass auf die Juden, egal, ob antisemitisch oder antizionistisch ausgebrüllt, keine neuen Worte mehr, sondern gehorcht einem manischen Wiederholungszwang, dessen Vokabular in den Werken Adolf Hitlers gesammelt vorliegt. Es ist sein “Politisches Testament” vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem “internationalen Judentum und seinen Helfern” den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweißen, d.h. das Mordkollektiv, das in erlogener präventiver Notwehr dagegen sich erheben solle, daß “die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden”. 1989, als die Wiedervereinigung der Antisemiten (BRD), die genötigt worden waren, mit Israel sich zu arrangieren, mit den Antizionisten (DDR), denen es nur erlaubt war, die Juden in Form der ›Zionisten‹ zu hassen, unvermeidlich wurde, waren alle formellen Bedingungen der deutschen Souveränität wiederhergestellt, die es möglich machen, Hitlers Testament doch noch zu vollstrecken, d.h. die HaShoah durch ihre Vollendung, Überbietung und restlose Vollstreckung an Israel ungeschehen zu machen: Der Rechtsnachfolger rüstet sich auf, der Gesellschaftsnachfolger zu sein. Denn erst der Tag, an dem es die Juden, außer in Geschichtsbüchern, niemals gegeben haben wird, wird der Tag der vollendeten “Deutschen Revolution” (Goebbels) gewesen sein. So trifft das paradoxe Resümee jetzt erst zu, das Eric Voegelin 1964 aus dem Verhältnis der Deutschen zu Hitler zog: “Nichts gelernt und nichts vergessen.” Es ist diese irrsinnig redundante, penetrante Permanenz des Nullpunkts materialistischer Aufklärung, in dem der Wiederholungszwang sich breitmacht. – Es spricht Joachim Bruhn (Freiburg), Co-Autor u.a. des Buches der Initiative Sozialistisches Forum “Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten. Israel und die linksdeutsche Ideologie”

    Eine Veranstaltung des autonome FrauenLesbenReferat des AStA der Ruhr-Universität Bochum

    Angela Steidele liest aus ihrem Buch “Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens”

    Adele Schopenhauer – Schriftstellerin, Künstlerin, die Schwester des Philosophen Arthur  Schopenhauer – und die »Rheingräfin« Sibylle Mertens-Schaafhausen verband eine leiden-schaftliche Liebesbeziehung mit den dazugehörigen Höhen und Tiefen. Seit 1828 waren sie  ein Paar: »am besten vergleichst Du uns ein paar Leuten, die sich spät finden und dann  einander heiraten. Stürbe sie – so spräng ich jetzt in den Rhein, denn ich könnte nicht ohne  sie bestehen«, schrieb Adele ihrer Freundin Ottilie von Goethe.  Sibylle Mertens war eine der gebildetsten Frauen ihrer Zeit, Musikerin, Komponistin, Archäologin, Antikensammlerin und Mäzenin. Ihre Salons in Bonn und Rom waren berühmt. Vom Vater an einen ungeliebten Mann verheiratet, pflegte sie Zeit ihres Lebens intensive Beziehungen zu Frauen. Adeles Leben mit Sibylle Mertens wurde so nicht nur von deren Ehemann und ihren sechs Kindern beeinträchtigt, die ihre Beziehung als »Unrecht, Wahnwitz, Tollheit« torpedierten. Auch Sibylles Hang zu neuen Eroberungen ebenso wie ihre enge Freundschaft zu Annette von Droste-Hülshoff lasteten schwer auf Adele. Aber selbst nach einer mehrjährigen Trennung fanden sie wieder zusammen. Anhand vieler bisher unveröffentlichter Quellen erzählt Angela Steidele die Geschichte zweier Unge- wöhnlicher Frauen: Pionierinnen, die in Wissenschaft und Kultur, Wirtschaft, Politik und nicht zuletzt in ihrem Privatleben Grenzen einrissen – zu einer Zeit, als es Liebe zwischen Frauen offiziell gar nicht geben durfte.

  • 0 Comments
  • Filed under: AStA, Archiv, GruF