Studierendenvertretung an der RUB

AStA der Ruhr Uni Bochum

Die Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung beschäftigt sich in ihrer 839. Ausgabe u.a. mit der Zukunft des Masters: Aktuell haben sich die großen neun technischen Hochschulen Deutschlands zusammengetan, um das Diplom für die Ingenieurswissenschaften wieder einzuführen. Ist der Master schon ein Auslaufmodell oder planen die Neun einen großen Etikettenschwindel? Die Antwort gibt die bsz. Doch das Schnellstudium à la Bolognese ist nicht das einzige potentielle Auslaufmodell – auch Fastfoodketten tun sich derzeit offenbar schwerer denn je: So schlossen in Bochum innerhalb weniger Monate zwei Filialen von Burger-King. Wer vertrieb den Buletten-König? Das spontane Bekenntnis zum Vegetarismus wird wohl nicht der Grund sein: Am kommenden Samstag lädt der Veggi Street Day zum Kochen ohne Knochen nach Dortmund ein.

Die vollständige Ausgabe der Zeitung ist wie immer im Netz unter http://www.bszonline.de zu finden.

Nicht nur an der Ruhr-Universität bereitet die Anwesenheitspflicht in Vorlesungen bislang ein chronisches Zeitproblem – vor allem für diejenigen, die neben dem Studium arbeiten müssen, um überhaupt studieren zu können. So hat die Uni Duisburg-Essen die Pflicht zur Anwesenheit inzwischen auf den Prüfstein gestellt – mit dem Resultat, dass diese nur begrenzt zulässig ist. Nun hoffen auch die Bochumer Studierenden auf eine Neuregelung. (Zum Artikel.) Außerdem sind die massiven Polizeiübergriffe auf die Gegenaktionen zur ausländerfeindlichen Mahnwache der „pro NRW“ unter der Rubrik „Bochum brutal“ auch in dieser Woche ein brandheißes Thema in der Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung.

Weitere Campus-Themen in der :bsz #824 sind die Wahl des neuen RUB-AStA aus Grüner Hochschulgruppe, Linker Liste, Alternativer Liste sowie der Liste Schöner Wohnen in Bochum sowie ein Konzept der Fachschaftsvertreter_innenkonferenz (FSVK) zur Verbesserung der gestuften BA-/MA-Studiengänge: Endlich sollen die Studierenden wieder mehr Freiheiten und damit die Chance auf ein selbstbestimmtes Studium erhalten. Abgerundet wird die aktuelle Ausgabe mit der Vorstellung des 1966 gegründeten Uni-Kinos „Studienkreis Film“ (SKF) im Rahmen der neuen :bsz-Reihe über studentische Initiativen, einem Nachruf auf die Punk-Legende Malcom McLaren, dem Japan-Blog des Redakteurs Hanno Jentzsch sowie Buchvorstellungen zur Bochumer Stadtgeschichte und einer kolumnistischen Abrechnung mit der schwarz-gelben Bundesregierung.

Die Geldvernichtungsmaschinerie an der RUB rollt: So soll die Zentralachse („Magistrale“) des RUB-Campus für einen dreistelligen Millionenbetrag aus dem 1,2 Milliarden Euro schweren Topf für die Campussanierung postmodern umgestaltet werden. Als neues „Signet“ der RUB soll bei der kostspieligen Baumaßnahme ein Glasturm an die Stelle des abzureißenden Studierendenhauses und des Musischen Zentrums (MZ) in der vordersten Gebäudefront treten. Neben dem Abriss des erst 1983 fertiggestellten, als markantes „T-Gebäude“ bekannten MZs sowie des AStA-Trakts sollen auch die Uni-Verwaltung (UV), das Hörsaalzentrum Ost (HZO) sowie das Forum Nordost (FNO) dem Abrissbagger zum Opfer fallen. Während beim Musischen Zentrum Aspekte des Denkmalschutzes offenbar gänzlich ausgeblendet werden, sollen als einzige zentrale RUB-Gebäude lediglich die Unibibliothek (UB) sowie das Audimax erhalten bleiben – allerdings mit völlig verändertem Nutzungskonzept. Mit dem magistralen Millionengrab aber noch nicht genug: Im Zuge der Gestaltung des sogenannten „Gesundheitscampus“ soll auch das „Haus der Freunde“ der Ruhr-Universität aus der Campus-Topographie getilgt werden.

Einen weiteren Schwerpunkt legt die Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung in ihrer 822. Ausgabe auf die Aufklärung über die ideologischen Hintergründe der rechtspopulistischen Gruppierung „pro NRW“, die im Vorfeld der Landtagswahl am 9. Mai einen offensiven Wahlkampf gegen MigrantInnen führt, um die Mitte der Gesellschaft zu erobern. Außerdem: Bachelor und doch kein Job – ein kritischer Einblick in das fragwürdige Programm „AkademikerInnen qualifizieren sich für den Arbeitsmarkt“ (AQUA) – sowie ein Bericht über die 2010 in Bochum ausgetragenen Deutschen Meisterschaften im Poetry Slam und eine bissige Kolumne zum letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga: Schalke und die Schale.

Quasi über Nacht hat das Rektorat der Ruhr-Universität die Befreiung von Studiengebühren für StellvertreterInnen in Gremien abgeschafft. Das berichtet die Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung in ihrer neuen Ausgabe. Nicht einmal der AStA wurde über diesen Verwaltungsakt informiert und so vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Befreiung ist für aktive Mitarbeit in den Gremien jedoch bitter nötig – denn die Doppelbesetzung von Gremien erlaubt den Studierenden, den strengen Anwesenheitspflichten in den Bachelor- und Masterstudiengängen nachzukommen. Zum Artikel.

Weitere Themen sind die Kriminalisierung des Dresdner Anti-Nazi-Bündnisses, die Ergebnisse der Wahlen zum Studierendenparlament sowie ein Hintergrundartikel über die zunehmende Polizeipräsenz auf dem RUB-Campus. Die bsz als pdf-Ausgabe gibt es hier.

Bochum, 17.12.2009, Jürgen Boebers-Süßmann

Zu einer neuerlichen Diskussion über die Studienbedingungen an der Ruhr-Uni hatten die Bildungsstreik-Aktivist/innen in das nach wie vor besetzte Audimax eingeladen. Rund 250 Zuhörer folgten der etwa zweistündigen Diskussion.

Auf dem Podium saß neben Karsten Finke (AStA), Manuel Zaunr, Laura Schlegel vom Protestkomittee und Eva Fischer (Zentrale Studienberatung) als Hauptgast des Tages RUB-Rektor Prof. Elmar Weiler. Ihm vor allem wollten die Audimax-Besetzer/innen auf den Zahn fühlen; Stichpunkte: Studiengebühren, Studienreform, Qualität des Studiums, Leistungsdruck.

Schon vor acht Jahren

Weiler wies darauf hin, dass der umstrittene Bachelor schon alt sei. Bereits Prof. Petzina, sein Vor-Vorgänger im Amt, habe vor acht Jahren angekündigt, dass die Ruhr-Uni konsequent ihre Abschlüsse auf das einheitliche BA/MA-System umstellen würde. Eine Überlegung, so Weiler, die auch die Studierenden gewünscht hätten: „Viele Studierende haben sich damals beklagt, dass speziell die alten Master-Studiengänge zu unspezifisch wären.” Ziel das Bachelors war bekanntlich neben der Verkürzung des Studiums auch eine bessere internationale Vergleichbarkeit – und damit die Einführung eines Qualitätsbegriffs.

Sattsam bekannte Argumente

Beschlüsse wurden gestern im Audimax nicht gefasst. Vielmehr wurden die sattsam bekannten Argumente ein weiteres Mal öffentlich ausgetauscht. Die Podiumsdiskussion zeigte einmal mehr, dass die Debatte um die Bildung grundsätzlich eine strukturelle, weniger eine inhaltliche ist. Die Studierenden, die sich zu Wort meldeten, beklagten – neben den Studiengebühren – immer wieder die Formaliseriung des Studiums, etwa das als schematisch-lehrplanhaft empfundene Vorgehen während des Bachelor-Jahre, aber auch das Führen von Anwesenheitslisten, die offenbar geradezu verhasst sind. Dem Drängen auf Veränderungen in diesen Details gab Rektor Weiler nicht nach; vielmehr verwies er auf die Qualitätszirkel, die Prorektorin Prof. Wilkens zuletzt vorgestellt hatte, und die zu einem Optimierung des Bachelor-Studiums führen sollen (die WAZ berichtete). Die Protestler im Audimax sehen diese Arbeitskreise skeptisch, zu beliebig, zu wenig studentisch relevant, so das Argument.

Nicht zurück in die alten Zeiten

Beide Seiten – Rektorat und Bildungsaktivisten – betonten, man wolle nicht in die „alten” Lehr- und Lernzeiten vor der BA/MA-Umstellung zurückfallen. Aber wie die neue genau aussehen sollen, darüber gab’s keine Übereinstimmung.

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/Podiumsdiskussion-bringt-nichts-wirklich-Neues-id2277199.html