Studierendenvertretung an der RUB

AStA der Ruhr Uni Bochum

Als Reaktion auf die Resonanz des Klausuren-Streits in der WAZ (1,2) und in den Ruhr Nachrichten hat sich der Dekan der juristischen Fakultät einen Monat nach der Veröffentlichung des offenen Briefes des AStA zu Gesprächen bereit erklärt. Leider scheint die Stoßrichtung der geplanten Aussprache eher die inneruniversitäre Diskussionskultur, als das eigentliche Problem der Unterschlagung von Prüfungsunterlagen zu sein. Der AStA bedauert dabei sowohl das mangelnde Problembewusstsein der zuständigen Professoren, als auch die Tatsache, dass kein/e Vertreter/in des AStA zu der anstehenden Diskussion eingeladen wurde. Darüber hinaus ist es bezeichnend, dass die Gesprächsbereitschaft des Dekans erst durch die Veröffentlichung des Skandals geweckt werden konnte.

Bochum, 18.08.2010, Jürgen Boebers-Süßmann

Blick ins Hörsaalzentrum der Ruhr-Uni.  Foto: Monika Kirsch

Blick ins Hörsaalzentrum der Ruhr-Uni. Foto: Monika Kirsch

Bochum. Nachdem an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Uni Klausuren verschwunden sind, fordert der AStA die Herausgabe von Arbeiten nur gegen Quittung. Der Vorsitzende Jan Keitsch kritisiert einen leichtfertigen Umgang mit prüfungsrelevanten Unterlagen.

Nachdem an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Uni Klausuren verschwunden sind, hat der AStA-Vorsitzende Jan Keitsch Konsequenzen gefordert. Keitsch will, dass schriftliche Arbeiten außerhalb der Vorlesungen nur noch gegen Vorlage des Studierendenausweises oder einer Vollmacht ausgehändigt werden sollen. „Das ist zum Schutz vor Unterschlagungen notwendig“, so Keitsch. Zwar bedeute dieses Quittieren mehr bürokratischen Aufwand und könnte zu Mehrarbeit bei den Mitarbeitern führen. „Aber der leichtfertige Umgang mit der Herausgabe von Klausuren muss ein Ende haben“, sagte Keitsch auf Anfrage.

Wie berichtet, waren bei den RUB-Juristen teils ganze Klausuren verschwunden, in anderen Fällen einzelne Seiten aus den Arbeiten herausgenommen worden. Studenten hatten wegen der unvollständigen Unterlagen Prüfungen nicht bestanden – 15 Fälle innerhalb eines Jahres. Möglicherweise handelt es sich dabei um den Racheakt einer ehemaligen Fachschaftsrats-Mitarbeiterin, die inzwischen als studentische Hilfskraft arbeitet.

„Leichtfertiger Umgang“

Losgelöst von diesem konkreten Fall, fordert die Studierenden-Vertretung, dass studentische Hilfskräfte generell keinen Zugang mehr zu Räumen bekommen, in denen schriftliche Prüfungen oder Leistungsnachweise liegen. Außerdem solle die Uni dafür Sorge tragen, dass es keine Möglichkeiten zur Manipulation über das elektronische Verwaltungssystem gibt. „Es gibt an der Ruhr-Uni einen leichtfertigen Umgang mit prüfungsrelevanten Unterlagen, der auch datenschutzrechtlich bedenklich ist“, so Keitsch.

Nachdem das Thema im Juli im Senat angesprochen wurde, sieht der AStA-Chef die Hochschulleitung im Zugzwang: „Die Uni muss sich dieser Problematik stellen.“

Zu nah am Abfalleimer

Die verschwundenen Klausuren in der Bochumer Juristischen Fakultät sind kein Einzelfall. Im August 2008 waren an der Uni Hohenheim/Stuttgart durch eine Schlamperei 113 Klausuren verschwunden; eine Putzfrau soll beim Leeren des Papierkorbs aus einem verschlossenen Arbeitsraum einen Karton mit Klausuren entsorgt haben, der zu nahe am Abfalleimer abgestellt war. Die Hochschule hatte damals den betroffenen Studierenden eine Nachklausur und Freibier als Entschädigung angeboten.

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/RUB-AStA-kritisiert-laxen-Umgang-mit-Unterlagen-id3573655.html

Im Westen, 16.08.2010, Carsten Menzel

Mindestens 15 Klausuren verschwanden oder wurden manipuliert, sagt der AStA. Foto: Karl Gatzmanga

Mindestens 15 Klausuren verschwanden oder wurden manipuliert, sagt der AStA. Foto: Karl Gatzmanga

Bochum. An der Juristischen Fakultät der Bochumer Ruhr-Uni ist ein Streit über verschwundene Prüfungsunterlagen ausgebrochen. Es geht um 15 Klausuren, die verschwunden sind oder in denen Seiten fehlen. Dahinter könnte Mobbing stecken.

Ärger an der Ruhr-Uni Bochum: Ausgerechnet in der Juristischen Fakultät ist ein Streit über verschwundene Prüfungsunterlagen ausgebrochen. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) fordert inzwischen, dass sich Studierende die Abgabe ihrer vollständigen Klausur quittieren lassen sollen und die korrigierte Arbeit nur noch gegen Vorlage ihres Studierendenausweises oder einer Vollmacht ausgehändigt werden sollen. Die Professoren reagieren verschnupft auf diesen Vorstoß. Eigentlicher Auslöser für den Streit soll nach Informationen von DerWesten eine studentische Hilfskraft sein, der Teile der Studenten offenbar kein bisschen mehr vertrauen.

Die Geschichte hört sich an wie aus dem Drehbuch eines Hollywood-Streifens, der an der Highschool spielt. Es geht um eine Studentin, die aus dem Fachschaftsrat rausgeflogen ist – und jetzt als Hilfskraft der Professoren arbeitet und offenbar Rache an ihren ehemaligen Kommilitonen nimmt.

Beschimpfungen in Klausuren

„Teilweise sind ganze Klausuren verschwunden, in anderen Fällen sind einzelne Seiten herausgenommen worden”, berichtet AStA-Vorsitzender Jan Keitsch über die Tatsachen. Die Folge: Studenten haben wegen der fehlenden oder unvollständigen Unterlagen Prüfungen nicht bestanden. Nicht viel weniger schlimm: In einigen Fällen sollen Beschimpfungen auf die Klausurenseiten geschmiert worden sein. Der Fachschaftsrat spricht von 15 Fällen innerhalb eines Jahres. Der Dekan soll untätig geblieben sein; die Studierenden bescheinigen ihm der verdächtigten Mitarbeiterin gegenüber einen „väterlichen Schutzinstinkt”.

Seine Anregungen hat der AStA daher jetzt in einem offiziellen Schreiben an das Dekanat der Juristischen Fakultät formuliert – und zwar einigermaßen unmissverständlich. Die Studierenden-Vertretung fordert darin allgemein, dass studentische Hilfskräfte „keinen Zugang mehr zu Räumen bekommen”, in denen schriftliche Prüfungen oder Leistungsnachweise liegen. Außerdem soll das Dekanat dafür Sorge tragen, dass es keine Möglichkeiten zur Manipulation über das elektronische Verwaltungssystem VSPL gibt. „Professoren treten die Eintragung von Noten in das System auch an studentische Hilfskräfte ab. Wenn Klausuren oder Leistungsnachweise verschwinden und falsche Noten ins System eingetragen sind, gibt es kaum eine Möglichkeit, dagegen vorzugehen”, erklärt Jan Keitsch.

Frau wird verdächtigt

Vertrauen in die Uni-Verwaltung klingt anders. Als „Notwendigkeit zum Schutz vor Unterschlagungen” fordert der AStA weiter, dass schriftliche Arbeiten außerhalb der Vorlesungen nur noch gegen Vorlage eines Studierendenausweises oder einer Vollmacht ausgehändigt werden sollen, auch wenn dies zu Mehrarbeit bei den Mitarbeitern führt.

Die Reaktion der Professoren Martin Burgi (Dekan) und Gereon Wolters (Studiendekan) an den AStA fällt unterkühlt und wenig konkret aus. Sie zeigen sich erstaunt über die angeblichen Probleme und stellen in einem ersten Antwortschreiben lediglich in Aussicht, dass die „zuständigen Personen (.­ . .) zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Maßnahmen” treffen würden.

Abseits der objektiven Vorwürfe, einzelne Seiten oder ganze Klausuren seien verschwunden, dreht sich der Streit um eine Mitarbeiterin, die zuvor als Referentin beim Fachschaftsrat Jura gearbeitet hat und jetzt beim Dekanat angestellt ist; der AStA vermutet die junge Frau hinter den Vorfällen.

Teile der Studierenden werfen der jungen Frau Mobbing anderer Studenten vor; das Dekanat unternehme dagegen nichts. Vertreter des Fachschaftsrats sollen inzwischen eine Anzeige gegen die Hilfskraft gestellt haben: Es geht um Unterschlagung.

Mittlerweile ist das Thema vordergründig, über den Umgang mit Prüfungsunterlagen, auf einer Sitzung des Uni-Senats eingebracht worden; damit muss sich die Hochschule jetzt auf Rektoratsebene mit den Vorwürfen ­aus­ei­­n­andersetzen.

http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/Streit-um-verschwundene-Klausuren-an-der-RUB-id3569212.html

Uni-Neubau versus Wald

BOCHUM. Es gibt Ärger an Ruhr-Universität. Nach der Errichtung des Gebäudes ID im Osten soll jetzt auch im Westen ein neues Institutsgebäude errichtet werden. Von Seiten der Uni und der Denkmalschutzbehörde wird für das GD ein Standort im Wald präferiert. Dagegen regt sich Widerstand. Von Max-Florian Kühlem, 31.07.2010.

Der Parkplatz im Nordwesten der Uni war in der Diskussion, kommt als Bauplatz aber nicht in Frage. (Foto: Kühlem)

“Nicht nur wir als AStA, auch viele Bürger kritisieren die Waldrodung und Hügel-Einebnung”, erklärt Marco Dorigo aus dem Ökologie-Referat des Allgemeinen Studierenden-Ausschuss der Ruhr-Uni (AStA). Auf einer Bürgerversammlung Anfang Juli in der Bezirksverwaltungsstelle Süd seien viele Menschen sehr aufgebracht gewesen. Auf Unverständnis beim AStA triff der Bebauungsplan auch, weil es aus Sicht der Studierenden eine gute Alternative gibt: Die Errichtung des Gebäudes GD im Süden der G-Reihe. Dort finden sich Park- und Tennisplätze.

Alternativ-Standort: Parkplatz

“Der Verlust der Parkplätze könnte durch Aufstockung des Parkhauses West kompensiert werden, das sowieso sanierungsbedürftig ist”, so Dorigo. Auch einer Verbindung aller Gebäude sei mit diesem Standort möglich. Anders sieht das Stadtbaurat Ernst Kratzsch: “Man muss die ganze Rochade sehen, die an der Universität passieren wird”, sagt er. Und dazu gehört nach jetzigem Planungsstand für die Mittelachse der Uni auch der Abriss der Bibliothek und ihre Neuerrichtung zwischen Mensa und GA. Im Untergeschoss aller verbundenen G-Gebäude sollen dann die Instituts-Bibliotheken zu finden sein. Ina Schwarz, Baudezernentin der RUB, weist zudem auf Probleme mit dem Amt für Denkmalschutz hin: “Die Uni steht zwar noch nicht unter Schutz, aber es gibt die Abmachung, dass die Denkmalpflege bei Veränderungen befragt wird.” Von dieser Seite gäbe es die klare Vorgabe, dass die Gesamt-Silhouette erhalten bleiben soll. Dies sei bei einer Bebauung südlich der G-Gebäude nicht der Fall.

AStA will notfalls klagen

Der AStA will diese Argumente nicht gelten lassen: “Der Grundriss wird durch die Neugestaltung der Hauptachse sowieso aufgerissen. Dagegen steht ein massiver Eingriff in die Natur.” Vergangenen Woche hat die Studierendenvertretung deshalb eine klare Stellungnahme zum Bauverfahren eingereicht und behält sich eine Klage gegen den Bebauungsprozess vor. Die Verzögerung, die das mit sich bringen würde, stößt wiederum auf Unverständnis an der Uni, die 2013 wegen der doppelten Abitur-Jahrgänge 4900 weitere Studienplätze anbieten muss. Verwaltungsleiter Karl-Heinz Schloßer: “Ich finde es schon merkwürdig, dass sich eine Studierendenvertretung keine Gedanken macht, wie zukünftige Generationen studieren sollen.”

http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/bochum/Uni-Neubau-versus-Wald;art932,982005

Stellungnahme zur Campussanierung

Die längst überfällige Sanierung der Campus-Infrastruktur der Ruhr-Universität Bochum könnte sich aufgrund neuer Entwicklungen verzögern: Nachdem bekannt wurde, dass der neue Bebauungsplan die Abholzung eines Waldgebiets und andere unökologische Maßnahmen vorsieht, begann sich Widerstand zu formieren. Nachdem im Rahmen einer öffentlichen Anhörung deutlich wurde, dass Rektor Weiler die kritischen Nachfragen der BürgerInnen, AnwohnerInnen und Studierenden ignorierte, sah sich der AStA in der Verpflichtung den Bedenken in Form einer Stellungnahme im Zuge der normalen Aufstellung des Bebauungsplans bei der Stadtverwaltung Gehör zu verschaffen. Auch der Senat beschäftigte sich am vergangenen Donnerstag mit der Campussanierung – die anwesenden SenatorInnen waren teilweise von der Opposition gegen die Planungen überrascht.

Beton statt Bäume- Wald soll Neubau weichen

Die Kritik des AStA bezieht sich vor allem auf den vorgesehenen Standort des neuen Universitätsgebäudes „GD“: Um die Sanierung der Hochhäuser auf der Westachse beginnen zu können, ist die Schaffung neuer Räumlichkeiten nötig. Diese sollen als Ausweichort für die NutzerInnen der G-Reihe dienen, während ihre alten Arbeitsplätze saniert werden. Das Problem besteht in dem Beharren des Rektorats darauf, dass das Gebäude, aus architektonischen und denkmalpflegerischen Gründen, direkt östlich an GC grenzen soll. „Die Abholzung des dort gelegenen Waldgebietes wird aus Gründen der Optik billigend in Kauf genommen“, kommentiert Jan Keitsch, Vorsitzender des AStA.

Eingriff in die Natur statt Nutzung von Alternativen

Das Hauptargument der Stellungnahme des AStA ist der vermeidbare massive Eingriff in die Natur, den der Bau von GD in dem Waldgebiet bedeuten würden. Laut dem Bundesnaturschutzgesetz sind Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes und besonders die Rodung von wild gewachsenem Wald, der wie im Bochumer Fall unter Landschaftsschutz steht, unbedingt zu vermeiden. Sogar auf das Mikroklima im Westen des Campus würde sich die Abholzung negativ auswirken und die Studierenden in Seminarräumen und Hörsälen buchstäblich ins Schwitzen bringen.

Park, Study & Ride

„Besonders unverständlich ist es uns, dass sich das Rektorat nicht ernsthaft mit den insgesamt sechs Alternativ-Standorten auseinandersetzen will, die wir in unserer Stellungnahme aufgezählt haben und die keine Eingriffe in die Natur um den Campus erfordern würden“, äußert sich Marco Dorigo aus dem Ökologie-Referat des AStA enttäuscht. „Besonders unsere ‘Alternativen 2 und 3′ dürften von vielen Studierenden bevorzugt werden.“ Dabei steht für den AStA im Vordergrund, dass Parkplätze in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und dass sich die Studienbedingungen verbessern. Ausführlich sind die Alternativen in der AStA-Stellungnahme (siehe Stellungnahme) beschrieben.

Unsere Stellungsnahme könnt Ihr hier als pdf runterladen: Stellungsnahme. Die dazugehörigen Abbildungen und Anhänge findet Ihr hier: Abbildung 1, Abbildung 2, Abbildung 3 sowie Anhang 1 und Anhang 2.

Der AStA fordert das Rektorat auf, alle Alternativen zu prüfen, bevor eine so gravierende Entscheidung, die nachhaltig in die Natur auf dem Campus eingreifen würde, getroffen wird. Darüber hinaus behält er sich vor, das Bebauungsplanverfahren im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten kritisch zu begleiten, was gegebenenfalls eine Klage gegen den Planungsentwurf beinhalten könnte.

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) an der Ruhr-Universität reagiert empört auf Aussagen des Ruhr-Uni-Pressesprechers Josef König. Dieser hatte gegenüber verschiedenen Zeitungen behauptet, dass Studiengebühren die studentische Mitbestimmung förderten und ihre Abschaffung einen Identifikationsverlust mit sich brächte. „Die studentische Mitbestimmung bei der Verteilung der Studiengebühren ist ein schlechter Witz“, kommentiert der AStA-Vorsitzende Jan Keitsch die Ausführungen. „In vielen Fällen hatten Studierende faktisch keine Wahl, gegen geplante Ausgaben zu stimmen, da sie von der Fakultät erpresst wurden.“

Zahlreiche studentische Mitglieder in Fakultäts- und Fachschaftsräten sind gleichzeitig Angestellte eines Lehrstuhls und so in einem unmittelbarem Abhängigkeitsverhältnis. „Autonome Entscheidungen im Sinne der Studierenden werden auf diese Weise gezielt verhindert“, kritisiert Keitsch. „Eine wirklich demokratische Teilhabe der Studierenden sieht anders aus und darf nicht an unsoziale Gebühren gekoppelt werden.“

Auch die Behauptung, eine Identifikation mit der Uni entstehe erst durch das Bezahlen der Studiengebühren, stößt auf Unverständnis. „Eine Universität ist eine Bildungseinrichtung, die eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe erfüllt. Identifikation entsteht durch gemeinsames Lernen und Forschen, nicht durch das Bezahlen des Menschenrechts auf Bildung“, so der AStA-Vorsitzende.

Das Rektorat der Ruhr-Universität spricht sich trotz der Vorwürfe der Studierenden und des Versprechens der Landesregierung, die Studiengebühren komplett zu kompensieren, weiterhin für das Bezahlstudium ab dem ersten Semester aus. Die Studierendenvertretung fordert dagegen seit der Einführung der Gebühren ihre vollständige Abschaffung.

Sozialbeitragsübernahme

Studierende der RUB, die den Sozialbeitrag zur Rückmeldung – insbesondere das Semesterticket – nicht aufbringen können, haben die Möglichkeit, die Übernahme des Beitrages zu beantragen.

Auch für das Wintersemester gibt es wieder Sprechstunden von Montag den 19. Juli bis Freitag den 27. August 2010.

Weitere Informationen dazu findet hier auf unseren Flyer.

Am 15.07.2010 wurde dem Dekanat Jura persönlich ein offener Brief überreicht.

Den offenen Brief findet ihr hier: Offener Brief

An der Ruhr-Universität sorgt eine Entscheidung des Rektorats für Kopfschütteln: Um einen einzelnen Professor in Bochum zu halten, soll das philosophische Institut in zwei voneinander unabhängige Institute aufgespalten werden. Die Studierendenvertretung befürchtet höhere Kosten, schlechtere Studienorganisation und Kürzungen beim bisherigen Institut. Auch die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen der Philosophie protestieren.

„Vordergründig sieht die Aufspaltung der Philosophie erstmal wie schnöde Geldverschwendung aus“, erklärt Jan Keitsch, Vorsitzender des Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) der Ruhr- Universität Bochum. „Während alle über Bürokratieabbau sprechen, sollen in der Bochumer Philosophie zukünftig zwei Direktoren und zwei Geschäftsstellen bezahlt werden. Mittelfristig befürchten wir aber viel weitergehende Einschnitte für die Studierenden und Beschäftigen. Zwei philosophische Institute an der Ruhr-Uni sind nicht besonders sinnvoll, und selbst die Verfassung der Uni legt fest, dass für gleiche oder verwandte Fächer nur eine wissenschaftliche Einrichtung gebildet werden soll. Bei zukünftigen Kürzungsrunden könnte das bisherige Institut weiter geschwächt und letztendlich ganz abgewickelt werden.“

Protest der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen

Die Aufspaltung des Instituts soll schon zum kommenden Wintersemester umgesetzt werden. Der AStA kritisiert, dass die einschneidende Änderung überstürzt und gegen den Willen vieler Betroffener beschlossen wurde. So erheben die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen des Instituts in einer einstimmig beschlossenen Stellungnahme schwerwiegende Einwände. Sie bezeichnen die Entscheidung als „sachlich unbegründeten Eingriff in die Struktur des Instituts“, der dem fachlichen Profil der Bochumer Philosophie schade.

Individualinteressen vor Gesamtkonzept

Wieso soll das Institut aufgeteilt werden, wenn die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen dagegen sind und selbst die Verfassung der Universität anderes nahelegt? Ausschlaggebende Ursache sind die Verhandlungen der Unileitung mit dem Philosophie-Professor Albert Newen. Um dessen Weggang an die Universität Bielefeld zu verhindern, hat ihm RUB-Rektor Elmar Weiler das neue Institut angeboten, das die von ihm verfolgten Forschungsschwerpunkte bearbeiten soll. Darüber hinaus wurde ihm auch die Leitung dieser Einrichtung angetragen. „Für schnöde Personalpolitik wird mal eben schnell die Struktur eines ganzen Instituts umgekrempelt – das ist erstaunlich und bundesweit einmalig“, sagt Lars Laute, Referent für Kritische Wissenschaften vom AStA der Ruhr- Universität Bochum. „Wir fordern, dass Strukturentscheidungen im Interesse der Studierenden getroffen werden, und nicht nach dem Willen einzelner Professorinnen und Professoren.“

Vollendete Tatsachen statt Diskussion

Die Entscheidung zur Spaltung wurde ohne Rücksprache mit den betroffenen Studierenden, MitarbeiterInnen und ProfessorInnen gefällt. Bereits im Vorfeld hatte sich das Rektorat in die Neubesetzung vakanter Lehrstühle eingemischt und eigenmächtig gegen den Willen des Instituts
Personalentscheidungen getroffen. Besonders die Studierenden werden durch die Spaltung in eine prekäre Lage gedrängt. Die Aufteilung der Gelder und Stellen müssten neu verhandelt werden. Der Promotionsstudiengang, der bisher einen fruchtbaren Austausch zwischen den Doktoranden aller philosophischer Richtungen ermöglicht hatte, würde ebenfalls aufgespalten werden.

Der AStA fordert den Rektor auf, seine Entscheidung zur Spaltung des philosophischen Instituts zurückzunehmen. Der Beschluss gegen den Willen der Betroffenen besitzt keine demokratische Legitimation und birgt große Unsicherheiten für die Studentinnen und Studenten.

Die Semesterferien stehen vor der Tür und wir möchten euch als Allgemeiner Studierenden-Ausschuss (AStA) nicht vorenthalten, was wir in den vergangenen drei Monaten für euch auf die Beine gestellt haben. Als Instanz der studentischen Selbstverwaltung sind wir den Studierenden zu Rechenschaft verpflichtet und wollen euch die Möglichkeit geben, über unsere Tätigkeiten auf dem Laufenden zu bleiben. Seit der Wahl des AStA Anfang April sind wir für euch in diversen hochschulpolitischen, kulturellen, wissenschaftlichen und sonstigen Bereichen aktiv gewesen. Auf diesem Flyer möchten wir euch lediglich auf die Highlights unserer Arbeit hinweisen, die über unsere alltäglichen Aufgaben hinaus gehen. Detaillierte und tagesaktuelle Infos findet ihr auf unserer Homepage!

Ökologie und Verkehr

Im Juni organisierte das Referat eine Aktionswoche zum Thema „Tierversuche an der Ruhr-Universität“ mit einer Ausstellung, Infoständen und einer abschließenden Party, deren Eintritts-Erlös an „Ärzte gegen Tierversuche“ gespendet wurde. Außerdem wurde der Umwelt-Dokumentarfilm „Home“ gezeigt und das Projekt „Klimarad“ unterstützt.

Kritische Wissenschaften

Im Rahmen der beiden Veranstaltungsreihen Critix und CounterCurriculum gab es in den vergangenen Monaten Vorträge und Tagesseminare zu den Themenschwerpunkten Kritik der Psychologie, politische Geschichte des Fußballs, Kritik des Antisemitismus und Frankfurter Schule.

Kultur

Das Kultur-Referat bereicherte unseren grauen Uni-Alltag durch das „Undergroundz Finest“-Konzert mit drei angesagten HipHop-LiveActs und das PublicViewing der Fußball-WM vor dem KulturCafé. Der wichtigste kulturelle Termin auf dem Campus war jedoch das Uni-Sommerfest: in dessen Rahmen übernahm der AStA die Organisation auf dem Nordforum, stellte einen Bierwagen und holte für euch sechs alternative studentische Bands mit dem Headliner Mambo Kurt auf den Campus.

Grund- und Freiheitsrechte

Das Referat für Grund- und Freiheitsrechte klärte euch über die Gesetzeslage zum Thema Gleichbehandlung und Antidiskriminierung auf, leistete Antirepressionsarbeit im Zuge der Bildungsproteste und organisierte einen Vortrag zur Geschichte des Antizionismus. Darüber hinaus wurde die renommierte Veranstaltungsreihe „Geschlecht und Gesellschaft“ mit Unterstützung des AStA und Themen wie Behinderung und Geschlecht fortgeführt.

Internationalismus

Neben einer dreiteiligen Film- und Vortragsreihe über Tschernobyl, den Bosnien-Krieg und Andalusien im 12. Jahrhundert, wurde der RUB-Fußball-Cup mit 24 gemischten Teams, Pokalen, kleinen Siegesprämien und jeder Menge Spaß durchgeführt.

Hochschulpolitik

Das Referat für Hochschulpolitik setzte seine erfolgreiche Arbeit im Kampf gegen Studiengebühren fort: die Organisation einer studentischen Vollversammlung und die Durchführung von kreativen Protestaktionen konnten bereits diverse Erfolge verbuchen. Die Abschaffung der Anwesenheitspflicht ist erstmals seit acht Jahren in greifbare Nähe gerückt, der AStA bereitet momentan eine vielversprechende Klage vor. Außerdem waren die ReferentInnen für Hochschulpolitik an der Vorbereitung des European Education Congress an der RUB beteiligt, der international hunderte TeilnehmerInnen anzog und sich mit emanzipatrorischen Perspektiven universitärer und schulischer Bildung auseinandersetzte.“