AStA der Ruhr Uni Bochum
15 Nov

09.11.2011 | 14:56 Uhr

Düsseldorf/Essen Studentenvertreter aus Bochum, Dortmund, Köln und Aachen sind sauer auf das NRW- Wissenschaftsministerium. Das will gerade mit einer Online-Umfrage herausfinden, wo Studenten der Schuh drückt. Die Angesprochenen finden: Diese Umfage ist weitgehend wertlos. Das Ministerium kontert und spricht von einem Riesenerfolg.
„Mach mit“, wirbt Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) auf der Webseite besser-studieren.nrw.de. „Gib uns drei Minuten für fünf Fragen“, heißt es dort. Gemeint ist die Online-Umfrage des Ministeriums, die vom 31. Oktober bis 21. November in NRW läuft. „Bundesweit einmalig“ soll diese Aktion sein. Ihr Zweck: „Das Wissenschaftsministeriummöchte allen Studierenden eine Plattform bieten, auf der sie sich zu ihren Studienbedingungen äußern können.“ Für Studentenvertreter wie Bela Brenger (Asta der RWTH Aachen), Denise Welz (Asta Ruhr-Uni Bochum) und Johannes Blömeke (Asta TU Dortmund) ist diese Umfrage eine Luftnummer. „Nur vier beziehungsweise bei Bachelor-Studierenden fünf Fragen – was will man damit herausfinden?“, fragen sie. Schon jetzt stehe fest: Der Wert der Umfrage für die Studenten sei gering.
Die Studenten sollen zum Beispiel sagen, ob sie „mit ihrem Studium im Großen und Ganzen zufrieden“ sind, ob sie einen mindestens dreimonatigen Auslandsaufenthalt wahrgenommen haben oder diesen planen und ob sie mit der Arbeitsbelastung für das Studium zurechtkommen. Im Vorfeld hatte das Ministerium Studentenvertreter nach Düsseldorf eingeladen, um Anregungen für die Online-Umfrage zu bekommen. „Keiner unserer Vorschläge und Kritikpunkte ist in die Umfrage eingeflossen“, behauptet Johannes Blömeke.
Die Asta-Vertreter hätten sich detailliertere Fragen gewünscht, zum Beispiel zur Arbeitsbelastung der Studenten, zum Raumangebot und Studien-Beratungen. „Das ist alles sehr oberflächlich. Was sol dabei herauskommen?“, sagt Denise Welz. „Ein Rückgriff auf die deutlich ausführlicheren und regelmäßig stattfindenden Evaluationen und Umfragen an den Hochschulen wäre der bessere Schritt gewesen, um sich ein Bild von der Studiensituation zu machen“, so Bela Brenger.
Ministeriums-Sprecher Dirk Borhart kann die harte Kritik überhaupt nicht nachvollziehen.“DieUmfrage ist ein Erfolg. Sie hat sogar alle Erwartungen übertroffen“, findet Borhart. Es handele sich um „das bisher erfolgreichste Online-Verfahren in NRW“. Weil sich erfahrungsgemäß nicht viele Menschen Zeit für solche Umfragen nähmen, seien es absichtlich nur wenige Fragen geworden. „Es gibt aber einen zweiten Teil dieser Umfrage, in dem die Studenten selbst kleine Textbeiträge erstellen können. Und das Angebot wird bestens angenommen“, so Borhart.
Ein Blick in die Statistik zeigt: Mehr als 15000 Teilnehmer haben die Unterlagen bisher ausgefüllt. Mehr als 10000 haben ergänzende Beiträge hinzugefügt.
Matthias Korfmann
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